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© Stadtmuseum Sulzbach-Rosenberg
Bildrechte: Stadtmuseum Sulzbach-Rosenberg

Tora-Rolle im Stadtmuseum Sulzbach-Rosenberg

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    Restaurierung der Tora-Rolle steht bevor

    Die Restaurierung der Sulzbach-Rosenberger Tora-Rolle steht kurz bevor, heute ist sie zum vorerst letzten Mal zu sehen. Die Schrift wurde vor gut einem Jahr in Amberg wiederentdeckt und ist eine der ältesten Tora-Rollen Süddeutschlands.

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    Heute Abend hält ein Toraschreiber aus Israel eine Vortrag im Stadtmuseum Sulzbach-Rosenberg.

    Zwei Katastrophen überstanden

    Das wiederentdeckte Stück ist heute auch letztmals ausgestellt. Rabbiner Isaak Rosengarten wird die Tora-Rolle anschließend mit nach Israel nehmen zur Restaurierung. Jüdische Tora-Rollen werden unbrauchbar, sobald auch nur ein einziger Buchstabe fehlt oder beschädigt ist. Normalerweise werden sie dann auf einem jüdischen Friedhof bestattet. Die Sulzbach-Rosenberger Schrift aus dem Jahr 1793 ist deshalb eine absolute Rarität, weil sie bereits zwei Katastrophen überdauert hat - den Stadtbrand von 1822 und die Reichspogromnacht 1938.

    Die Schrift kam 1934 nach Amberg, wo sie seitdem verschollen war. Rabbiner Elias Dray hat sie vor gut einem Jahr wiederentdeckt. Seit April 2016 war sie in Sulzbach-Rosenberg ausgestellt.

    Aufwendige Restaurierung

    Die Restaurierung kostet rund 50.000 Euro. Sie darf nur von Tora-Schreibern vorgenommen werden, die speziell ausgebildet sind. Die Schrift auf dem Pergament unterliegt strengen religiösen Vorgaben: Die Details müssen exakt sein, jeder Buchstabe muss unterhalb einer Blindlinie geschrieben werden, keiner darf mit einem anderen Buchstaben in Berührung kommen. Geschrieben werden darf der Text der fünf Bücher Mose nur mit schwarzer Tinte und einem Gänse-, Truthahn- oder Bambusstiel.

    Rabbiner Isaak Rosengarten wird am Abend über Regeln und Kunst des Toraschreibens und die Restaurierung berichten. Der Eintritt zum Vortrag ist frei.