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Restart im Amateurfußball: Erfolgreicher Auftakt in Merkendorf | BR24

© BR/Florian Weber

Nach monatelanger Pause dürfen auch Amateurvereine in Bayern wieder Fußball spielen. Wir waren beim Derby des SV Merkendorf gegen den TSV Breitengüßbach in der Bezirksliga dabei.

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Restart im Amateurfußball: Erfolgreicher Auftakt in Merkendorf

Der Ball rollt wieder, auch bei den fränkischen Amateurvereinen. Die große Vorfreude auf die ersten Spiele nach der Corona-Pause wurde aber getrübt durch Ungewissheit: Lassen sich Hygiene-Vorgaben bei den Amateuren umsetzen?

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Im Landkreis Bamberg kam es gleich zum Auftakt nach der Zwangspause zum Derby. In der Bezirksliga Oberfranken West stand ein echter Kracher auf dem Spielplan Der SV Merkendorf empfing den TSV Breitengüßbach. Beim letzten Spiel vor der Corona-Pause lief noch der Kassier ums Spielfeld und sammelte das Eintrittsgeld ein. Das ist durch die Hygienevorgaben für den Amateurfußball in Bayern nicht mehr möglich. Der SV Merkendorf hat deshalb vier Kassen aufgebaut – je eine an jeder Ecke des Vereinsgeländes. An die Zuschauer wurden Tickets ausgegeben, um zu kontrollieren, dass wirklich nur die erlaubten 200 Menschen am Spielfeldrand stehen. Am Einlass wurden sie auf die Abstandsregeln hingewiesen.

"Ich habe Magenschmerzen und bin nervös. Unter Corona-Bedingungen hat noch nie ein Spiel bei uns stattgefunden. Wir haben versucht, alles so gut zu machen, wie es geht. Ob das alles passt wissen wir nicht. Wir lassen es auf uns zukommen" Horst Tuttor, Vorstand SV Merkendorf

Schock eine Woche vor dem ersten Spiel: Nur 200 Zuschauer erlaubt

Was bei vielen Bayerischen Vereinen Anfang vergangener Woche für Entsetzen gesorgt hat, war auch für den Merkendorfer Vereinsvorstand Horst Tuttor ein Schock: Die meisten Clubs gingen bis dahin davon aus, dass sie 400 Zuschauer in die Stadien lassen dürfen. Wie sich dann herausstellte, gilt dies aber nur für Stadien mit genügend Sitzplätzen für 400 Zuschauer unter Beachtung der Abstandsregeln. Bei den meisten Amateurvereinen dürfen deshalb nur 200 Zuschauer dabei sein.

Jede Menge Extra-Vorbereitung wegen Corona

Auch die Vorbereitung auf das Spiel war deutlich aufwändiger als vor der Corona-Pause. An den Getränkeständen wurden Plexiglasscheiben angebracht und Desinfektionsmittel bereitgestellt. Einzelne Bereiche wurden für Zuschauer gesperrt. Weil der Verein niemandem zumuten wollte, mit Maske hinter einem Grill zu stehen, wurden Wiener Würstchen im Brödla statt Bratwürsten angeboten. Der Wienerla-Stand blieb allerdings die meiste Zeit verwaist.

Erfolgreiche Premiere unter Corona-Auflagen: Sieg für Merkendorf gegen Breitengüßbach

Sportlich lief es rund für den SV Merkendorf: Am Ende stand ein 3:1-Erfolg im Lokalderby gegen den TSV Breitengüßbach zu Buche. Und auch abseits des Spielfelds wertet der Vereinsvorstand die Spielpremiere unter Corona-Einschränkungen als vollen Erfolg: "Die Eigenverantwortung der Leute macht auch viel aus", zieht Vereinsvorstand Horst Tuttor erleichtert Bilanz. "Es hat Null Probleme gegeben – ob beim Bierverkauf oder beim Hinterlegen der Daten. Einfach überragend."

Wermutstropfen: Soziales Miteinander nach den Spielen leidet

Trotz des Derbyerfolgs mussten die Mannschaften nach Spielende diszipliniert bleiben. Die Duschen waren gesperrt, in der Kabine mussten wieder die Masken werden. Die Spieler können damit umgehen, meint der Merkendorfer Trainer Mario Bail: "Inzwischen ist das mit Maske und Desinfektionsmittel schon Normalität. Auf diesem Niveau ist es aber auch üblich, dass man sich nach dem Spiel zusammensetzt. Das ist jetzt nur im Freien möglich. Sobald es kälter und dunkler wird, ist das soziale Miteinander dann leider nicht mehr so gegeben."

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