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Bildrechte: picture alliance/Christoph Soeder/dpa/Christoph Soeder

An der eskalierten Berliner Demonstration gegen die Corona-Maßnahmen hat ein rechtsextremer Bundeswehrreservist in Uniform teilgenommen.

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Reservist auf Corona-Demos: Was wusste der Verfassungsschutz?

Florian Ritter, Landtagsabgeordneter der SPD, fordert Aufklärung im Fall Ronny B. Er stellt die Frage, ob der Verfassungsschutz von der rechtsextremen Gesinnung des Bundeswehr-Reservisten wusste, bevor B. in den Dienst der Bundeswehr trat.

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Von
  • Jonas Miller

Der SPD-Landtagsabgeordnete Florian Ritter hat schockiert auf die Meldung des BR/NN-Rechercheteams zu einem offenbar rechtsextremen Bundeswehr-Reservisten reagiert. Wenn es zutreffen sollte, dass der Verfassungsschutz Ronny B. schon vor seiner Bundeswehrzeit als rechtsextrem auf dem Schirm hatte, würden sich für den SPD-Politiker drängend Fragen stellen: "Die allerwichtigste ist: Hat der Verfassungsschutz die entsprechenden Informationen an die Bundeswehr weitergegeben?"

Informationen vorenthalten?

Das sei laut Ritter auch deswegen bedeutsam, da Ronny B. möglicherweise eine Ausbildung für Kriseneinsätze erhalten habe. "Sollte der Verfassungsschutz diese Informationen nicht weitergegeben haben, dann haben wir es tatsächlich mit einem handfesten Skandal zu tun", so Ritter dem BR gegenüber.

Bundeswehr-Reservist war Verfassungsschutz bekannt

Hintergrund ist ein Bericht des gemeinsamen Rechercheteams des Bayerischen Rundfunks und der "Nürnberger Nachrichten" zu Ronny B., einem Bundeswehr-Reservisten. Dieser nahm in Uniform an der Berliner Demonstration vom Wochenende gegen die Corona-Maßnahmen teil. Recherchen haben ergeben, dass der Mann dem Verfassungsschutz bereits als "Sympathisant der rechtsextremen Szene" bekannt war, als er von der Bundeswehr aufgenommen wurde.

Reservist postete antisemitische Beiträge

Der Reservist mit dem früheren Dienstgrad eines Stabsunteroffiziers hat nach Erkenntnissen des Rechercheteams in Chatgruppen die Wiederherstellung des Deutschen Reichs und neu zu verhandelnde Grenzen gefordert und setzte zudem antisemitische Beiträge ab. Der Fall wird derzeit vom Militärischen Abschirmdienst (MAD) geprüft.

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