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© BR|Eberhard Schellenberger

Trauerflor am Würzburger Dom

Der am Freitagabend verstorbene Bischof em. Dr. Paul-Werner Scheele wird am Samstag, 18.05., in Würzburg in der Krypta des Doms beigesetzt, direkt neben seinem Vorgänger Josef Stangl. Das Pontifikalrequiem beginnt um 10.30 Uhr im Kiliansdom. Die Bestattung schließt sich an. Bereits ab 9 Uhr sind die Pforten für Besucher und Trauergäste geöffnet.

Scheeles letzte Ruhestätte neben seinem Vorgänger im Würzburger Kiliansdom

Scheeles letzte Ruhestätte neben seinem Vorgänger im Würzburger Kiliansdom

Zuvor wird Bischof Scheele ab Mittwochabend in der Seminarkirche Sankt Michael aufgebahrt. Um 18 Uhr wird der Sarg des Verstorbenen dort empfangen. Bischof Dr. Franz Jung leitet die Pontifikalvesper.

Viel zu verdanken

Am Tag darauf feiert Weihbischof Ulrich Boom um 9 Uhr eine Totenmesse für Bischof Scheele in Sankt Michael, Bischof em. Dr. Friedhelm Hofmann folgt am Freitag. "Er war ein Mann des gründlichen Nachdenkens und des ausgewogenen Wortes", beschreibt der ehemalige Bischof Hofmann seinen verstorbenen Vorgänger, dem er viel zu verdanken habe.

Bischof em. Friedhelm Hofmann und der verstorbene Bischof em. Paul-Werner Scheele

Bischof em. Friedhelm Hofmann und der verstorbene Bischof em. Paul-Werner Scheele

Er habe ihn "als einen mitten im Leben stehenden Bischof" erlebt, der die Wissenschaft gleichermaßen liebte wie die Kultur, die Kathedra genauso wie die Begegnung mit den Menschen. Sein einnehmender Humor war von Herzensgüte geprägt, so Hofmann weiter. Seine große Verantwortung für die Weltkirche als Ökumenebeauftragter habe Scheele bis in die letzten Lebensjahre wahrgenommen und wiederholt vor allzu düsteren Prognosen gewarnt. Bischof em. Hofmann erinnert sich an folgende Worte:

"Ich weiß nicht, wie oft schon Eiszeiten angekündigt worden sind. Wären sie eingetreten, ich wäre längst den Kältetod gestorben." Bischof em. Paul-Werner Scheele.

Nun habe er die Grenze zum ewigen Leben überschritten und könne schauen, was er im Glauben verkündet hat, resümiert Bischof Hofmann. Die Gläubigen im Bistum können den Verstorbenen auf seinem letzten Weg begleiten. Das Würzburger Priesterseminar gestaltet das Rosenkranzgebet am Donnerstag um 19 Uhr. Bis Freitagabend haben die Gläubigen Gelegenheit, sich persönlich von Bischof Scheele in St. Michael zu verabschieden.

In St. Michael wird Scheele ab Mittwoch aufgebahrt

In St. Michael wird Scheele ab Mittwoch aufgebahrt

Am Freitag (17.05.) wird der Leichnam Scheeles in den Würzburger Kiliansdom überführt. Der Trauerzug beginnt um 18 Uhr in Sankt Michael. Der Weg führt unter dem Läuten der Salvatorglocke des Doms über Neubaustraße, Schönthalstraße, Domerschulstraße und Plattnerstraße in den Dom. Dort feiert Bischof Franz Jung um 19 Uhr die Vesper.

Gemeinsames Gebet am Sterbebett

Bischof Jung verbrachte auch die letzten Stunden am Sterbebett von Paul-Werner Scheele in dessen Wohnung. Gemeinsam mit Weihbischof Ulrich Boom habe man bis in die späten Abendstunden gebetet und sich dann von Bischof Scheele verabschiedet.

"Das war ein sehr dichter Moment. Um viertel vor elf konnte er dann in Frieden heimgehen." Bischof Franz Jung

Er habe den Verstorbenen schon aus dessen zahlreichen Büchern gekannt, ehe er zum Bischof von Würzburg ernannt worden sei. Der trockene, westfälische Humor, fein und hintergründig, manchmal auch spitz, aber nie verletzend, sei typisch für Bischof Scheele gewesen. Alle Begegnungen mit ihm seien immer sehr herzlich verlaufen, sagte Bischof Jung. Seine erste bewusste Begegnung mit Bischof Scheele sei bei seinem Antrittsbesuch am 9. März 2018 gewesen. "Da standen fünf Bischöfe, darunter drei Emeriti, auf der Terrasse der Wohnung von Bischof Scheele über dem Diözesanarchiv und scherzten, ob in Würzburg die Bischöfe schon zu Lebzeiten archiviert würden."

Würzburgs Bischof Franz Jung reicht Bischof em. Paul-Werner Scheele die Hand zum Friedensgruß

Würzburgs Bischof Franz Jung reicht Bischof em. Paul-Werner Scheele die Hand zum Friedensgruß

Scheeles Werke seien für Bischof Jung bislang sehr hilfreich gewesen, denn es sei ihm wichtig gewesen, seinen Zeitgenossen die Geschichte des Bistums, der Patrone und auch bedeutender Bauwerke, allen voran des Kiliansdomes, geistlich zu erschließen. Das habe bleibenden Wert.

"Sein größtes Leiden in den zurückliegenden Monaten waren seine tränenden Augen, die verhinderten, dass er sich dem Lesen und Schreiben widmen konnte. Bücher lesen und Bücher schreiben waren der Lebensinhalt Scheeles, der auch als Bischof mit Leidenschaft Professor geblieben sei." Bischof Franz Jung

Bischof em. Paul-Werner Scheele im BR-Interview

Bischof em. Paul-Werner Scheele im BR-Interview

Trotz seiner körperlichen Einschränkungen sei Bischof Scheele bis zuletzt geistig hellwach gewesen. Auf die Frage, seit wann er sich mit der Ökumene befasse, soll er wie aus der Pistole geschossen geantwortet haben: "Seit meiner Taufe!".

Beisetzung in Krypta

Am Samstag wird Bischof Paul-Werner Scheele seine letzte Ruhestätte in der Bischofsgruft des Kiliansdoms finden. Bereits am Freitagabend soll in den Kirchengemeinden des Bistums Würzburg während der Überführung der sterblichen Überreste ab 18 Uhr, die jeweils tiefste Glocke 15 Minuten lang geläutet werden. Zudem soll nach Möglichkeit bis zur Beisetzung Trauerbeflaggung aufgezogen werden.