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Reptilienauffangstation München überlaufen | BR24

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Die Reptilienauffangstation in München steht vor einer Herausforderung: Schon bisher hat sie gut 2.300 exotische Tiere betreut, die ausgesetzt, beschlagnahmt oder abgegeben wurden. Jetzt sind innerhalb von drei Tagen 200 weitere Tiere dazugekommen.

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Reptilienauffangstation München überlaufen

Die Reptilienauffangstation in München steht vor einer Herausforderung: Schon bisher hat sie gut 2.300 exotische Tiere betreut, die ausgesetzt, beschlagnahmt oder abgegeben wurden. Jetzt sind innerhalb von drei Tagen 200 weitere Tiere dazugekommen.

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200 neue Tiere in nur drei Tagen: Die Reptilienauffangstation München weiß kaum mehr wohin mit den Neuzugängen. Allein an einem Tag waren es weit mehr als 100 Schildkröten. Eine Behörde hatte die Tiere beschlagnahmt. Wo und unter welchen Umständen, wird derzeit noch nicht gesagt – es ist ein laufendes Verfahren.

Tiere brauchen wegen kalter Temperaturen Wärme

Weil nicht genug Platz war, musste die Reptilienauffangstation ein zusätzlich angemietetes Gewächshaus innerhalb kürzester Zeit entsprechend ausstatten. "Die rapide sinkenden Temperaturen machten es notwendig, schnell für zusätzliche Beheizung und Beleuchtung zu sorgen, damit die wärmeliebenden Tiere ihre Vorzugstemperaturen erhalten", erklärt eine Sprecherin.

Keine 24 Stunden nach den Schildkröten wurden weitere 40 Tiere abgegeben – alleine 30 Vogelspinnen, jede einzeln in einem Terrarium. Und dann wurden auch noch zehn Fundtiere gebracht, darunter vier Echsen einer Art, die eigentlich nur in Australien vorkommt.

Corona erschwert Arbeit der Tierpfleger

Das alles bedeutet noch mehr Arbeit für die gerade einmal zehn Tierpfleger in der Auffangstation. Dabei sind die Bedingungen wegen Corona auch so schon schwierig genug. Die Mitglieder verschiedener Tierpflegerteams dürfen sich derzeit zum Beispiel arbeitstechnisch nicht überschneiden. Sie bekommen gerade auch weniger Entlastung durch Praktikanten oder Ehrenamtliche. Denn solche Helfer können aktuell nur vereinzelt eingesetzt werden.

Mehr Kosten für Futter und Ärzte

200 neue tierische Bewohner verursachen zudem zusätzliche Kosten, etwa für Futter und Tierärzte. Das werde innerhalb kürzester Zeit "in die Zehntausende Euro gehen", fürchtet die Sprecherin. Das Geld fehlt dann an anderer Stelle: "Momentan ist fraglich, ob wir beispielsweise die dringend benötigten Teiche für unsere Schnappschildkröten bauen können."

Das bedeute für diese Tiere weiterhin "ein Leben unter suboptimalen Bedingungen". Dabei hatte die zuständige Firma schon mit den Arbeiten für den Teich begonnen.

Patenschaft für Tiere möglich

Im Fall der 100 neu "eingezogenen" Schildkröten wirbt die Reptilienauffangstation nun für symbolische Patenschaften. Mit 25 Euro pro Monat und Tier ließen sich die Kosten für das Beheizen des angemieteten Gewächshauses finanzieren, heißt es.

Die Reptilienauffangstation hat ihren Hauptsitz an der Kaulbachstraße und zusätzlich angemietete Räumlichkeiten in München. Mittelfristig will sie die Innenstadt aus Platzgründen verlassen und ins Umland ziehen. Der Trägerverein plant einen Neubau in Neufahrn bei Freising.

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Beinahe die gesamte Fauna der Welt ist in der Zoologischen Staatssammlung in München versammelt. Dort finden sich in kilometerlangen Magazinen über 22 Millionen Tierpräparate.

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