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Renaturierung von Mooren gegen den Klimawandel | BR24

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Klimawandel, Artensterben, Raubbau - es sieht wohl düster aus für die Zukunft der Erde, wie viele Experten meinen. Doch was dagegen tun? Der Weltbiodiversitäts-Rat legte nun Lösungen vor.

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Renaturierung von Mooren gegen den Klimawandel

Moore können pro Hektar bis zu 30 Tonnen CO2 im Jahr speichern. Die meisten Moore sind aber durch Entwässerungsgräben und Torfabbau längst verschwunden oder bedroht. Deshalb werden diese Biotope immer wieder renaturiert. Ein Beispiel aus Schwaben.

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Das 50 Hektar große Räsenmoos bei Marktoberdorf droht auszutrocknen. Entwässerungsgräben aus den 50er Jahren haben es schwer beschädigt. Jetzt wird das Hochmoor mit Holzwänden wieder abgedichtet. Bund, Freistaat und Landkreis fördern diese Moorrenaturierung durch die "Allgäuer Moorallianz" mit 260.000 Euro.

"Es gibt eigentlich keine Naturschutzmaßnahme, die ihr Geld so gut wert ist wie Moorrenaturierungen. Weil sie drei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Sie sind gut fürs Klima, für den Wasserhaushalt und für Artenvielfalt und Naturschutz." Prof. Matthias Drösler, Hochschule Weihenstephan-Triesdorf

Moore auch für Landwirtschaft interessant

Prof. Matthias Drösler von Hochschule Weihenstephan-Triesdorf erforscht einen zweiten Weg, um die Moore zu retten: Er testet mit seinem Team im Freisinger Moos Pflanzenkulturen, die Landwrte auch in moorigen Gebieten anbauen können. Schilf, Rohrglanz oder Sauergräser eignen sich für die Dämmung oder auch als Energiepflanzen für Biogasanlagen. Ein Gewinn für die Landwirte und das Klima: Denn jeder Hektar intaktes Moor speichert jedes Jahr bis zu 30 Tonnen CO2.

"Es geht hier überhaupt nicht darum, einen Schwarzen Peter zu verteilen und einseitig auf die Landwirtschaft als Verursacher zu schauen, sondern man kann so ein ganz großes Potential, Klimaschutz und nachhaltige Bewirtschaftung vereinen." Prof. Matthias Drösler, Hochschule Weihenstephan-Triesdorf

Bis zum Jahr 2050 sollen fünfzig weitere Moore in Bayern gerettet werden.