BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite

Rekord-Nachwuchs in Bayern: Gute Jahre für Storch und Luchs | BR24

© BR
Bildrechte: Julius Kramer/Luchs Bayern e.V.

Anders als für die Menschen ist das Jahr 2020 für Luchse und Störche ein gutes Jahr. Es gibt reichlich Tier-Babys. Ihre Populationen sind in Bayern wieder angestiegen, wie sich in Teilen von Niederbayern und der Oberpfalz zeigt.

1
Per Mail sharen
  • Artikel mit Video-Inhalten

Rekord-Nachwuchs in Bayern: Gute Jahre für Storch und Luchs

So viele Weißstorch-Paare gab es in Bayern noch nie: Mit über 700 Paaren gibt es einen neuen Rekord. Seit Jahren gibt es einen Anstieg der Population. Auch bei den Luchsen sieht es gut aus: Innerhalb eines Jahres konnten mehr Tiere gezählt werden.

1
Per Mail sharen
Von
  • BR24 Redaktion
  • Julia Ruhs

Gute Neuigkeiten aus dem Tierreich: Storch und Luchs waren in diesem und im vergangenen Jahr erfolgreich. Es gab einiges an Nachwuchs. Insgesamt 60 selbständige Luchse und 20 Jungtiere wurden etwa seit Mai 2018 gezählt.

2020 ein Storchen-Rekordjahr

Mehr als 700 Weißstorch-Paare gibt es in diesem Jahr in Bayern. Damit wurde das Rekordjahr 2019 noch übertroffen: Damals waren schon mehr als 630 Brutpaare gezählt worden. Die Population der Weißstörche steigt in Bayern schon seit Jahren an. Der Weißstorch konnte deshalb bereits 2016 von der Roten Liste gefährdeter Brutvögel Bayerns gestrichen werden.

Störche wählen ungefährlichere Routen zum Überwintern

Neben den Artenhilfsprogrammen der vergangenen Jahrzehnte ist auch ein Grund für die steigenden Zahlen, dass die Störche nicht mehr so häufig nach Afrika ziehen: "Es verbleiben viele an der spanischen Küste und überwintern dort. So sind sie den Gefahren der Winterzeit während des Zuges, als auch in den Überwinterungsgebieten weniger ausgesetzt. Umso mehr finden zurück nach Bayern, um bei uns zu brüten", so Martin Sigl vom Landesbund für Vogelschutz von der Kreisgruppe Deggendorf. Auch in Bayern überwintern wegen günstigeren klimatischen Bedingungen immer mehr Störche. Der Bruterfolg der vergangenen Jahre zeigt auch: Die Störche haben genug Nahrung. Die finden sie vor allem in Weihern und Feuchtwiesen.

© Thomas Hinsche/picture-alliance/image-broker
Bildrechte: Thomas Hinsche/picture-alliance/image-broker

Nie zuvor gab es mehr Weißstörche in Bayern.

Luchs-Weibchen mit Nachwuchs

Auch bei den Luchsen gibt es erfreuliche Nachrichten: Innerhalb eines Jahres, von Mai 2018 bis April 2019, konnten in Bayern 60 selbständige Luchse und 26 Jungtiere gezählt werden¸ so die aktuellsten Zahlen des Bayerischen Landesamtes für Umwelt. Elf Weibchen haben Nachwuchs bekommen, das gilt als wichtiger Gradmesser für den Anstieg der Population. Nach vielen Jahren der Stagnation ist damit eine leichte Steigerung der Luchs-Population erkennbar.

Viel Nachwuchs, solange es viel Nahrung gibt

Es gibt jedoch eine Grenze für noch mehr Luchs-Nachwuchs, sagt Heinrich Schmidt vom Verein Naturpark Bayerischer Wald: "Was die Nahrungsquelle anbelangt, hat der Luchs ein bestimmtes Artenspektrum, das er bejagt. Dazu gehören Rehe, Hasen, Rot- und Federwild. Die Luchs-Population hängt von dieser Nahrungsquelle ab und kann sich nur so lang vermehren, wie Nahrung vorhanden ist." Zu wenig Futter war für die jungen Luchse in der letzten Zeit nicht das Problem. Vor allem der Straßenverkehr und die extreme Witterung seien laut Schmidt Gründe, warum Jungluchse zu Tode kommen.

Einzigartiges Fell-Muster vereinfacht das Zählen

Auch wenn viele Luchse nicht nur in Bayern, sondern auch in Tschechien und Österreich unterwegs sind: Mithilfe von Fotofallen kann die Luchs-Population recht zuverlässig gezählt werden. Das Punktemuster der Luchse ist wie ein Fingerabdruck – es macht sie auf den Fotos eindeutig wiedererkennbar. Trotz der leicht positiven Entwicklung der Population bleiben die Luchse aber stark gefährdet.

"Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!