Bild

KZ-Gedenkstätte in Dachau, Original-Inschrift "Arbeit macht frei" am Lagertor.
© picture alliance / Robert B. Fishman

Autoren

Veronika Beer
Eva Limmer
© picture alliance / Robert B. Fishman

KZ-Gedenkstätte in Dachau, Original-Inschrift "Arbeit macht frei" am Lagertor.

Es ist ein geschmackloses Schnäppchen, das Kunden auf der Website "Get your Guide" buchen können: Für 25 Euro können Besucher erfahren, "wie die schöne, mittelalterliche Stadt Dachau zum Zentrum des Bösen wurde" und "die schrecklichen Geschichten der Endlösung" erfahren. So steht es im Beschreibungstext für die KZ-Dachau-Tour.

Google-optimiert und makaber

Was für deutsche Ohren makaber klingt, dahinter könnte eine gezielte Marketingtechnik stecken. Das vermutet zumindest die KZ-Gedenkstätte Dachau. Pressesprecherin Sandra Zerbin geht davon aus, dass das Unternehmen durch sogenannte Suchmaschinenoptimierung fürs Netz die Texte so verändert, dass sie reißerisch klingen.

Unternehmen schirmt sich ab

Dem international tätigen Unternehmen "Get your Guide" fehle da die nötige Sensibilität für das Thema, kritisiert sie. Man habe versucht, mit dem Unternehmen Kontakt aufzunehmen, um eine Änderung zu verlangen. Bislang habe man nur Personen im Callcenter des Unternehmens erreicht.

Auch lokaler Anbieter aus München beschwert sich

Nicht nur die Gedenkstätte ist verstimmt: Auch der lokale Anbieter "Munich Walk Tours", der für "Get your guide“ die Touren in Dachau durchführt, wundert sich über die Werbung. Mehrmals schon habe er sich über die Texte auf der Internetseite beschwert, sogar eine offizielle Broschüre der Gedenkstätte ans Unternehmen verschickt – bisher ohne Ergebnis.

Autoren

Veronika Beer
Eva Limmer

Sendung

Mittags in Oberbayern vom 07.11.2018 - 12:30 Uhr