BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite
© BR
Bildrechte: BR

Die Wohnmobilbauer arbeiten am Limit, denn die Auftragsbücher sind voll. Statt in Kreuzfahrten oder Flugreisen fließt das Urlaubsgeld nun in den Kauf eines Wohnmobils. In Franken wird vom Standardmodell bis zur Premiumklasse alles gebaut.

18
Per Mail sharen
  • Artikel mit Video-Inhalten

Reisen trotz Corona: Boom bei Oberfrankens Wohnmobil-Herstellern

Der Wohnmobilmarkt gehört zu den Gewinnern in Corona-Zeiten. Abgeschirmt hinter den privaten vier Wänden bietet ein Reisemobil das eigene Bett, die eigene Küche und das eigene Bad. Davon profitieren auch die fränkischen Wohnmobil-Hersteller.

18
Per Mail sharen
Von
  • Nannette Stegner

Die Kapazitäten sind am Anschlag, die Fertigungsstraße produziert am obersten Limit. Der Wohnmobilhersteller Morelo im oberfränkischen Schlüsselfeld im Landkreis Bamberg plant schon die nächsten Baumaßnahmen. 462 Fahrzeuge hat das Unternehmen im vergangenen Jahr gebaut. Heuer sollen noch 50 weitere dazu kommen. Keine großen Stückzahlen, dafür Exklusivität im Premiumsegment. Hier kostet ein Wohnmobil zwischen 170.000 und 750.000 Euro.

Reisen in der Pandemie sorgt für Anstieg bei Wohnmobilen

Geschäftsführer Robert Crispens spricht bei der Auftragslage von einem Zuwachs von 20 bis 30 Prozent innerhalb eines Jahres. Die Corona-Pandemie macht Caravaning zum Megatrend. Viele Neukunden suchen mit dem Wohnmobil die Reisefreiheit, die anderswo nicht mehr möglich ist.

"Wir haben auf einmal die Kreuzfahrtschiffe, die Pauschalreisen und die Weltenbummler, die alle in Deutschland festhängen und nirgends mehr hinkönnen." Robert Crispens, Geschäftsführer von Morelo

Schlüsselfeld: 20 Wohnmobile warten auf ihre neuen Besitzer

Auf dem firmeneigenen Stellplatz in Schlüsselfeld warten rund 20 Wohnmobile auf ihren Servicetermin im Werk. Barbara und Thomas Ehelebe sind noch Neulinge in der Wohnmobil-Community, doch beim Fachsimpeln knüpfen sie schnell Kontakte. Vier Ehepaare aus ganz Deutschland sitzen mit Kuchen und Sekt in trauter Runde mit gebührendem Abstand vor ihren riesigen Wohnmobilen.

© BR
Bildrechte: BR

Wohnmobile fertig für die Auslieferung

"Es sind eineinhalb Zimmer, das ist wie eine zweite Wohnung. Es ist unser erstes Wohnmobil und wir haben absolut keine Erfahrung mit Camping. Die Entscheidung, warum wir so ein großes gewählt haben, fiel eigentlich, weil wir diesen Luxus genießen, gerade wenn schlechtes Wetter ist." Barbara Ehelebe, Wohnmobilbesitzerin

Teure Wohnmobile werden am häufigsten verkauft

Schon seit 1960 werden in Marktschorgast im Landkreis Kulmbach Wohnmobile gebaut. Ein Fahrzeug der Marke Frankia gibt es für den Preis von 66.000 bis 160.000 Euro. Jahrelang ging die Entwicklung hin zu immer größeren Modellen. Auch heute noch sind die teuersten Wohnmobile hier die Bestseller, doch die Oberfranken haben auch auf die Nachfrage bei kleineren Kastenwagen reagiert.

"Die Microliner, das ist das Segment, das so richtig boomt. Da steigen viele Leute ein, die sagen, ja, ich möchte die Freiheit mit dem Wohnmobil genießen, ich will aber nicht so ein großes Fahrzeug und trotzdem soll alles dabei sein." Konstantin Döhler, Standortleiter Frankia Marktschorgast

Bereich Camping boomt in Zeiten von Corona

Was seit einem Jahr auf dem Wohnmobilmarkt los ist, bezeichnet Konstantin Döhler als "Booster" für den ganzen Bereich Camping. Sehr viele Kunden seien neu dazugekommen, auch hier sind die Auftragsbücher voll. Die besondere Herausforderung für die Hersteller sind derzeit die auch durch Grenzschließungen gefährdeten Lieferketten. Da kann am Ende schon mal das ein oder andere Teil am Wohnmobil fehlen.

"Darüber spricht Bayern": Der BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!