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Reisebeschränkungen für Menschen aus Kreis Dingolfing-Landau | BR24

© picture alliance/Jonas Klüter/dpa

Symbolbild: Ein Hotel in Hamburg

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Reisebeschränkungen für Menschen aus Kreis Dingolfing-Landau

Ein Lockdown bleibt der Bevölkerung im Kreis Dingolfing-Landau zwar vorerst erspart. Doch die Region ist aktuell der bundesweit größte Corona-Hotspot - in einigen deutschen Urlaubsregionen gelten für Menschen aus dem Kreis jetzt Reisebeschränkungen.

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Der einzige dunkelrote Fleck auf der Corona-Übersichtskarte des Robert Koch-Instituts liegt in Bayern: Der Landkreis Dingolfing-Landau ist der neue bundesweite Corona-Hotspot. Nach dem Ausbruch auf einem Gemüsehof in Mamming ist die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner der vergangenen sieben Tage (7-Tage-Inzidenz) mit 191 fast viermal so hoch wie der Grenzwert 50.

Da sich die Infektionen bisher aber auf Erntehelfer beschränken, verzichtet die Staatsregierung vorerst auf einen lokalen Lockdown. Auch Reisebeschränkungen gibt es innerhalb Bayerns noch keine. In mehreren anderen Bundesländern aber müssen sich die Menschen aus dem Landkreis Dingolfing-Landau auf Reisebeschränkungen einstellen. Denn mehrere Länder haben eine Quarantänepflicht oder ein Beherbergungsverbot für Menschen aus Corona-Hotspots erlassen.

Schleswig-Holstein stuft Kreis Dingolfing als Risikogebiet ein

So ist etwa Urlaub an der schleswig-holsteinischen Nord- und Ostseeküste für Menschen aus dem Kreis Dingolfing-Landau derzeit nur dann möglich, wenn sie einen negativen Corona-Test vorlegen, der zum Zeitpunkt der Einreise nicht älter als 48 Stunden ist. Denn das Kieler Gesundheitsministerium stufte den niederbayerischen Landkreis heute als bundesweit einziges "Risikogebiet im Inland" ein.

Und wer aus einem solchen Risikogebiet nach Schleswig-Holstein reist, muss - ohne einen negativen Test - für 14 Tage in Quarantäne und sich beim örtlichen Gesundheitsamt melden. Eine Quarantäne ist den Behörden zufolge dabei auch in einer Ferienwohnung oder einem Hotelzimmer "denkbar", sofern keine Gemeinschaftsräume betreten werden.

Einschränkungen auch in anderen Bundesländern

Ähnliche Regeln wie in Schleswig-Holstein gelten beispielsweise auch in Rheinland-Pfalz. Die Hamburger Anti-Corona-Verordnung sieht ein Übernachtungsverbot für Menschen aus Corona-Hotspots vor, wenn sie kein ärztliches Attest vorlegen können.

Auch nach Mecklenburg-Vorpommern dürfen Menschen aus dem Landkreis Dingolfing-Landau aktuell nicht reisen. Das bestätigte eine Sprecherin des dortigen Gesundheitsministeriums auf BR-Anfrage. Einziger Ausweg laut der Sprecherin: "Die Gäste weisen ein ärztliches Zeugnis vor, das bestätigt, dass keine Anhaltspunkte für eine Infektion mit dem Corona-Virus vorhanden sind." Zuwiderhandlungen sind in Mecklenburg-Vorpommern nicht ganz billig: Hotelbetreiber müssen mit 5.000 Euro Strafe rechnen, trotz des Verbots eingereiste Menschen mit bis zu 2.000 Euro.

Das Beherbergungsverbot in Baden-Württemberg sieht ebenfalls Ausnahmen vor - und zwar für Menschen, die einen negativen Corona-Test haben oder nachweisen können, dass das Infektionsgeschehen in ihrem Kreis lokal begrenzt ist und sie sich dort seit sieben Tagen nicht aufgehalten haben. Vor dem Start in den Urlaub sollten sich Einwohner des Kreises Dingolfing-Landau daher unbedingt über die im jeweiligen Bundesland geltenden Regeln informieren.

Vorerst keine Beschränkung innerhalb Bayerns

Innerhalb Bayerns gilt für Menschen aus dem Landkreis dagegen zunächst keine Reisebeschränkung. Zwar hatte der Freistaat als eines der ersten Bundesländer ein Übernachtungsverbot für Menschen aus Corona-Hotspots eingeführt - im Zuge der Debatte über den Corona-Ausbruch im Fleischbetrieb Tönnies im nordrhein-westfälischen Kreis Gütersloh. Dieses Verbot gilt laut der aktuellen Bayerischen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung aber nur für Reisende aus anderen Bundesländern. "Ausgenommen sind Gäste mit einem negativen Corona-Test, der höchstens 48 Stunden vor Anreise vorgenommen wurde", heißt es in dem Dokument.

Die bayerische Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) sieht vorerst keine Notwendigkeit, Menschen aus dem betroffenen Landkreis Dingolfing-Landau einen Urlaub in anderen Regionen des Freistaats nur bei Vorlage eines negativen Corona-Tests zu ermöglichen. Bisher gebe es vor Ort in Mamming "ein sehr klar abgegrenztes Infektionsaufkommen", sagte sie dem BR. Huml zufolge war das vor einigen Wochen im Kreis Gütersloh anders - weil das Infektionsgeschehen rund um den Schlachtbetrieb Tönnies "nicht so klar abgrenzbar" gewesen sei.

Hotel- und Gaststättenverband rechnet mit Konsequenzen auch im Freistaat

Der Landeseschäftsführer des Bayerischen Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga), Thomas Geppert, bestätigte auf BR-Anfrage, dass es aktuell kein Beherbergungsverbot für Menschen aus dem Landkreis Dingolfing-Landau im Freistaat gebe. Allerdings gehe man davon aus, dass die entsprechende Regelung rasch angepasst wird - und dann auch Menschen aus bayerischen Corona-Hotspots einen negativen Test vorweisen müssen, um in bayerischen Hotels übernachten zu dürfen.

© BR

In einem landwirtschaftlichen Betrieb in Mamming sind bisher 176 Personen positiv auf das Coronavirus getestet worden. Der Landrat verteidigte im Interview mit der Rundschau das Vorgehen der Behörden.

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