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Reise in den Süden? Viele Störche bleiben im Winter in Schwaben | BR24

© BR / Joseph Weidl
Bildrechte: Stefan Böhm / LBV

Bei Störchen denken wir meist an den Frühling, wenn die Vögel in ihren Nestern auf Kirchendächern sitzen, klappern und brüten. Doch immer mehr Störche bleiben jetzt auch im Winter bei uns.

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Reise in den Süden? Viele Störche bleiben im Winter in Schwaben

Bei Störchen denken wir meist an den Frühling, wenn die Vögel in ihren Nestern auf Kirchendächern sitzen, klappern und brüten. Doch immer mehr Störche bleiben jetzt auch im Winter bei uns. Der Klimawandel ist aber nicht der Grund dafür.

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Von
  • Joseph Weidl
  • Roswitha Polaschek

Es ist ein kalter Nachmittag in Jettingen-Scheppach im Landkreis Günzburg. Bei Null Grad Celsius steht Stefan Böhm vom Landesbund für Vogelschutz (LBV) vor dem Rathaus und blickt auf das leere Storchennest. Hier und auch in anderen Nestern sehen wir an diesem Tag keine Störche – obwohl laut LBV immer mehr Störche in Bayern überwintern. Aber wo halten sie sich auf? "Man muss in die Nahrungsgebiete rausfahren. Raus aus den Ortschaften, hinein in die Wiesenlandschaft, da hat man sehr gute Chancen“, sagt der Vogel-Experte Stefan Böhm.

Futter finden: für Störche kein Problem

Und tatsächlich, auf einem großen Feld außerhalb der Gemeinde sehen wir das erste Storchenpaar. Gerade ist der Schnee geschmolzen, die Tiere suchen nach Futter. Das ist auch im Winter kein großes Problem, sagt Böhm. Störche sind Allesfresser, sie finden fast immer etwas – wie Mäuse, Würmer oder Aas. Das ist auch ein Grund, warum längst nicht mehr alle Tiere in den Süden fliegen. Dabei spielt der Klimawandel keine Rolle, sagt Böhm, sondern die Herkunft.

Mehr als 300 "Winterstörche“

Die ersten Störche, die im Winter bei uns geblieben sind, kamen um das Jahr 2000 aus Pflege- oder Auswilderungsstationen in Süddeutschland oder in der Schweiz, teilt der Landesbund für Vogelschutz mit. Viele der Tiere seien fest zu uns gezogen und hätten dabei gelernt, dass man auch bei uns in Bayern erfolgreich überwintern kann. Mittlerweile haben sie ihr Überwinterungsverhalten angepasst. Man könne keine Rückschlüsse auf Auswirkungen durch Wetter oder Klimaveränderungen ziehen, so der LBV.

Störche halten große Kälte aus

In Bayern überwintern laut Landesbund über 300 Störche. Auch bei großer Kälte und Schnee müsse sich niemand Sorgen um die Tiere machen. Denn bei Minusgraden sind sie durch ihr Federkleid bestens geschützt.

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