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Reise an der früheren DDR-Grenze: Von Hellingen bis Zimmerau | BR24

© Norbert Steiche/BR-Mainfranken

Zwischen Hellingen und Allertshausen in den Haßbergen verläuft der Wanderweg des sogenannten "Grünen Bandes" auf dem ehemaligen Fahrweg der DDR-Grenztruppen. In Zimmerau erinnern heute Grenzzäune an die innerdeutsche Teilung.

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Reise an der früheren DDR-Grenze: Von Hellingen bis Zimmerau

Zwischen Hellingen und Allertshausen in den Haßbergen verläuft der Wanderweg des sogenannten "Grünen Bandes" auf dem ehemaligen Fahrweg der DDR-Grenztruppen. In Zimmerau erinnern heute Grenzzäune an die innerdeutsche Teilung.

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An der ehemaligen deutsch-deutschen Grenze holt sich die Natur den einstigen Grenzstreifen unaufhaltsam zurück. Nach dem Abbau der Grenzanlagen haben hier zum Teil seltene Pflanzen und Tiere einen Lebensraum gefunden. Der Fahrweg der DDR-Grenztruppen besteht aus tausenden zusammengefügten Betonsegmenten und ist weitgehend erhalten. Der Fahrweg verläuft von Travemünde an der Ostsee knapp 1.400 Kilometer bis in die Nähe von Prex in Oberfranken.

DDR-Grenzer sind gegangen, Fahrweg ist geblieben

Bis vor 30 Jahren waren die DDR-Grenzer auf dem ehemaligen Fahrweg der DDR-Grenztruppen mit Trabis in Tarnfarben unterwegs. Rainer Frank kannte den Fahrweg wie seine Westentasche. 1964 war er bei den DDR-Grenztruppen in Schweikershausen stationiert. Unmittelbar neben dem Fahrweg war ein stets geeggter Streifen. Hier wurde mehrmals am Tag nach möglichen Fußspuren gesucht. Spuren von sogenannten Republikflüchtlinge, bei ihrem Versuch die DDR zu verlassen.

Grenzzäune und "Bayernturm" erinnern an deutsche Teilung

Der Wanderweg führt nicht ausschließlich auf dem Plattenweg entlang. Er zweigt immer wieder ab und führt in Orte in Bayern und Thüringen. So geht es etwa über Ermershausen in Unterfranken nach Rieth in Thüringen. An der ehemaligen Grenze zwischen Rieth und Zimmerau sind heute als Mahnmal einstige Grenzzäune aufgestellt. Bei Zimmerau steht auch der "Bayernturm". Auf dem Büchelberg errichteten die ehemaligen Grenzgemeinden Zimmerau und Sternberg 1966 einen 38 Meter hohen Aussichtsturm, um das Hinterland der DDR-Grenze besser überblicken zu können.

"Bayerischer Grund" – Schlenker an der innerdeutschen Grenze

In der Nähe von Rieth und Zimmerau liegt das Gebiet Sellbach. Die Thüringer kannten das Gebiet als "Bayerischen Grund". Da führte die DDR-Grenze etwa 200 oder 300 Meter lang um eine schmale Waldlichtung herum. Bayerische Grenzpolizisten sahen sich hier einst von rechts und links von DDR-Grenzern beobachtet. Der ehemalige Riether Bürgermeister Detlef Pappe genießt heute diesen noch vor 30 Jahren akribisch bewachten Flecken.