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Rehau AG baut im Autozuliefer-Sektor fast 1.000 Stellen ab | BR24

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Bildrechte: BR/Lorenz Storch

Bereits zu Beginn der Corona-Pandemie hatte das Unternehmen im März tausende Mitarbeiter in Kurzarbeit geschickt.

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Rehau AG baut im Autozuliefer-Sektor fast 1.000 Stellen ab

Der Kunststoffhersteller Rehau AG baut in seiner Automobilsparte weltweit insgesamt 960 Stellen ab. Am Stammsitz in Rehau fallen bis zu 150 Arbeitsplätze weg. Ein Grund sei der technologische Wandel der Automobilindustrie hin zu Elektrofahrzeugen.

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Von
  • Lorenz Storch

Weltweit baut der Kunststoffhersteller Rehau AG in seiner Automobilsparte insgesamt 960 Stellen ab. Das hat das Unternehmen am Dienstag bekannt gegeben. Davon entfallen rund 260 auf den Verwaltungs- und rund 700 auf den Fertigungsbereich.

Rehau baut auch in Franken Stellen ab

Am Stammsitz in Rehau, im Landkreis Hof, wo insgesamt 2.500 Menschen für das Unternehmen arbeiten, fallen bis zu 150 Arbeitsplätze weg. Die erst im Jahr 2016 eröffnete Außenstelle in Bayreuth für IT- und Automotive-Fachkräfte wird geschlossen. Am Automotive-Produktionsstandort im mittelfränkischen Feuchtwangen betreffe der Stellenabbau "eine niedrige zweistellige Zahl" von Mitarbeitern, sagte ein Unternehmenssprecher. Insgesamt arbeiten für die Rehau AG an dem Standort etwa 1000 Menschen. Der Abbau im Produktionsbereich werde weltweit breit verteilt, wie genau stehe noch nicht fest, heißt es weiter.

Entlassungen als Konsequenz

Der Chef der Rehau-Automotive-Sparte, Markus Distelhoff, kündigt in einer Pressemitteilung auch Entlassungen an: "Wir nutzen für den Abbau von Kapazitäten bereits die natürliche Fluktuation. Wo diese Ansätze nicht ausreichen, werden wir uns aber leider auch von Mitarbeitern trennen müssen".

"Das ist ein Einschnitt, wie ihn die Rehau AG bisher noch nicht gehabt hat." Ein Unternehmenssprecher der Rehau AG.

Als Ursache nennt das Unternehmen den technologischen Wandel der Automobilindustrie hin zu Elektrofahrzeugen. Allerdings baut Rehau Automotive keine Teile für Verbrennungsmotoren, das Unternehmen sieht sich durch seine Kompetenz im Leichtbau grundsätzlich gut gerüstet -der Werkstoff Kunststoff werde künftig eine noch größere Rolle spielen. Aktuell komme zur Autokrise aber der weltweite Konjunktureinbruch durch das Coronavirus. Anzeichen für eine rasche Erholung gebe es derzeit nicht.

Jedes dritte Auto mit Rehau-Bauteilen

Rehau stellt auch Kunststoffteile für Bau und Industrie her. Die Automobil-Sparte war jedoch über Jahre ausgebaut worden. In jedem dritten Auto, das in Europa produziert wurde, waren vergangenes Jahr nach Unternehmensangaben Stoßfänger, Spoiler oder andere Teile von Rehau verbaut. Erst im vergangenen Jahr hatte die Rehau AG 150 Millionen Euro in ein neues Autozulieferer-Werk in Ungarn investiert.

Absatzschwierigkeiten und Kurzarbeit

Schon seit Sommer 2019 reagiert die Firma auf die Absatzschwierigkeiten in der Autobranche, hatte unter anderem die Führungsspitze im Geschäftsfeld Automotive ausgewechselt. Mit Beginn der Corona-Pandemie hatte das Unternehmen im März bereits rund 5.550 Mitarbeiter aus Produktion, Verwaltung und Vertrieb in Deutschland in Kurzarbeit geschickt.

Fränkisches Familienunternehmen

Die Rehau Gruppe ist ein Familienunternehmen mit einem Jahresumsatz von mehr als 3,3 Milliarden Euro. Rund 20.000 Mitarbeiter sind weltweit für das Unternehmen tätig, davon 8.000 in Deutschland.

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