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Register schafft bundesweiten Überblick über Intensivbetten | BR24

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Im Kampf gegen Corona müssen Krankenhäuser jetzt ihre Kapazitäten an Intensivbetten an ein neues, bundesweites Register melden. Das soll dabei helfen, Corona-Patienten auf die Betten zu verteilen. Doch das Register ist noch nicht vollständig.

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Register schafft bundesweiten Überblick über Intensivbetten

Im Kampf gegen das Coronavirus müssen Krankenhäuser jetzt ihre Kapazitäten an Intensivbetten an ein neues Register melden. Das soll dabei helfen, Corona-Patienten in ganz Deutschland auf die Betten zu verteilen. Doch es gibt technische Probleme.

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Laut Allgemeinverfügung der Bayerischen Staatsregierung müssen Krankenhäuser ihre Kapazitäten an Intensivbetten jetzt an einen neues, bundesweites Register melden. Die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin, genannt DIVI, betreibt es zusammen mit dem Robert-Koch-Institut und der Deutschen Krankenhausgesellschaft.

Coronavirus: Alles Wissenswerte finden Sie hier.

Intensivregister ist noch unvollständig

Das DIVI-Intensivregister soll bei der eventuell nötigen Verteilung von Corona-Patienten helfen, wenn deren Zahl wie befürchtet weiter ansteigt. Es erfasst die Kapazitäten der Intensivstationen in den Krankenhäusern sowie außerdem die Zahl der Corona-Infizierten, die dort aktuell in Behandlung sind. Doch noch ist das neue Register nicht vollständig. Es hakt an der Technik, sagen manche Krankenhäuser. Deshalb seien die Zahlen möglicherweise auch nicht immer aktuell.

Uniklinikum Augsburg hält Intensivregister für sinnvoll

Die Augsburger Uniklinik ist mit mehr als 120 Intensivbetten schon dabei im neuen DIVI-Register. Die tägliche Übermittlung der Belegungszahlen sei zwar ein zusätzlicher Aufwand, zumal mit dem IVENA-Register bereits ein ähnliches, auf Bayern begrenztes System existiert.

Zur Bewältigung der Corona-Pandemie sei das neue DIVI-Register aber sinnvoll, sagt der Leiter der Führungsgruppe Katastrophenschutz für Augsburg und die umliegenden Landkreise, Professor Axel Heller: "Wir haben mit dem DIVI-Register die Möglichkeit, länderübergreifend Daten abzugreifen und zu schauen, wo Verlegungsmöglichkeiten sind."

Das bayerische IVENA-System sei da zwar sicher sehr viel genauer. "Aber wir haben eben auch Landesgrenzen zu Baden-Württemberg und zum Beispiel im Bereich Lindau haben wir mit dem DIVI-System die Möglichkeit, insgesamt nach Deutschland hinein zu schauen", sagt Heller.

Krankenhäuser haben technische Probleme

Mehr als 1.000 Krankenhäuser mit Intensivstation sind im DIVI-Register bereits erfasst. An die 1.200 sollten es aber eigentlich schon sein. Etwa das Krankenhaus in Mindelheim hatte mit technischen Problemen bei Registrierung und Login zu kämpfen, heißt es von der Klinikleitung.

DIVI begründet mögliche technische Schwierigkeiten mit einem Umzug der Datenbank auf einen neuen Server. Auch im Klinikum in Landsberg funktioniert das System noch nicht reibungslos, sagt der Chefarzt der Inneren Medizin, Ingo Mecklenburg: "Die Daten im IVENA-System werden zweimal täglich aktualisiert. Die Daten im DIVI-Netzwerk werden täglich aktualisiert, sofern der Zugang möglich ist, was in den letzten Stunden leider nicht ganz machbar war“.

Gesundheitsministerium geht von baldiger Besserung aus

Die bayerische Gesundheitsministerin Melanie Huml erklärte, dass bereits an einer "Schnittstelle" gearbeitet werde, damit sich mit einer einzigen Eingabe der Daten beide Systeme pflegen ließen. Die technischen Kinderkrankheiten des DIVI-Intensivregisters dürften bald überwunden sein.

DIVI-Daten im Internet teils öffentlich

Aus Medizinerkreisen gibt es Kritik daran, dass Teile der DIVI-Daten öffentlich im Netz einsehbar sind - so zum Beispiel auch die Zahl der Corona-Infizierten, die in jeder Klinik in Behandlung sind. Doch genau darin könnte laut Axel Heller von der Augsburger Uniklinik auch eine Chance liegen, die Ruhe zu bewahren und Panik zu vermeiden: "Man kann damit natürlich auch Gerüchten, wie sie teilweise über Augsburg verbreitet wurden, entgegenwirken, indem man ganz transparent zeigt: Nein, so ist es nicht.“