Ein Gemüsestand auf einem Wochenmarkt in Bayern

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RegioPlus Challenge startet: "Iss, was um die Ecke wächst!"

RegioPlus Challenge startet: "Iss, was um die Ecke wächst!"

Egal ob in der Fränkischen Schweiz, im Nürnberger oder im Ilzer Land: Seit Montag kommt Regionales auf den Tisch. In der "RegioPlus Challenge" geht es darum, sich mit Produkten aus dem Umkreis zu versorgen und trotzdem auf nichts zu verzichten.

Der Honig aus Bayreuth, das Holzofenbrot aus Pretzfeld, Obst und Gemüse vom Wochenmarkt in Forchheim, das Rindfleisch aus Plankenfels und der Meerrettich aus Baiersdorf: Zugegeben, es ist nicht ganz einfach, alle Zutaten vom Backpulver bis zur Sahne in der Region zu finden. Aber genau das ist die Herausforderung bei der "RegioPlus Challenge". In diesem Jahr stellen sich auch in der Fränkischen Schweiz wieder Familien dieser Aufgabe. Eine Woche lang heißt es: Nur Produkte aus der Region, am besten Bio-Zutaten, die nachhaltig angebaut werden, zu verwenden. Die Challenge findet ab Montag bis zum 2. Oktober statt.

Eine Woche regional kochen

Die RegioPlus Challenge wird in diesem Jahr mittlerweile in neun bayerischen Regionen durchgeführt. Unter dem Motto "Iss, was um die Ecke wächst!", beteiligen sich Städte, Gemeinden und Landkreise, die sich zu Öko-Modellregionen zusammengeschlossen haben. Das sind beispielsweise die Öko-Modellregion Nürnberger Land, aber auch die Öko-Modellregion Fränkische Schweiz. Wer an der Challenge teilnimmt, soll sieben Tage lang nur essen und trinken, was rund 50 Kilometer um den eigenen Wohnort entstanden ist. Wenn möglich, dann sollte auch auf die Aspekte "bio, fair und saisonal" Wert gelegt werden, was den Teilnehmern noch einmal Pluspunkte einbringt.

"RegioPlus Challenge": Es gibt drei Ausnahmen

Drei Ausnahmen sind zudem erlaubt: So darf in der Woche für drei Produkte ein Joker eingesetzt werden, um beispielsweise nicht auf Kaffee- oder Schokolade verzichten zu müssen. Mitmachen können dabei nicht nur Familien, sondern auch ganze Kommunen, Unternehmen oder auch Kitas und Schulen. Und noch können sich Interessierte auf der Internetseite der "RegioPlus Challenge" anmelden.

Das Ziel der Öko-Modellregionen ist es, die heimische Bio-Landwirtschaft mit solchen Aktionen zu stärken und das kann nur gelingen, so die Veranstalter, wenn Verbraucher und Verbraucherinnen die regionalen Bio-Produkte wertschätzen und auch kaufen.

Nachdenken über das, was wir täglich verwenden

Eigentlich doch keine große Sache, denkt sich jetzt vielleicht der eine oder andere. Doch durch die Challenge werden die Teilnehmer auch dazu gebracht, über die täglich verwendeten Produkte nachzudenken. Woher kommt das Salz, das ich verwende? Woher kommt das Fleisch, das ich im Restaurant esse? Gibt es auch Gewürze aus der Region? Dieses Nachdenken ist Teil des Wettbewerbs. So gibt es beispielsweise in der Fränkischen Schweiz eine Vielzahl an regionalen Produkten. Allein im Bio-Einkaufsführer der Region sind rund 50 Betriebe mit einer Vielzahl von Produkten zu finden.

"Produkte, die in unserem Einkaufskorb landen, beeinflussen die Landwirtschaft und Landschaft unserer Heimat, die Artenvielfalt und nicht zuletzt auch das Klima. So, wie der Massenverbrauch von Palmöl Urwälder in Indonesien vernichtet, genauso erhält der Genuss von heimischem Obst die Streuobstwiese vor der Haustüre", heißt es auf der Website der "RegioPlus Challenge".

Unterstützung durch Kurse, Radtour und Infoveranstaltung

Um eine kleine Starthilfe zu geben, bekommen die Teilnehmer Unterstützung durch die Veranstalter der Challenge. So entwickeln Schülerinnen und Schüler der Berufsschule Pegnitz beispielsweise passende Rezept für Mahlzeiten mit Produkten aus der Region für die Öko-Modellregion Fränkische Schweiz. Es gab einen Besuch auf einer Texas Longhorn Ranch und bei einem Bio-Imker im Rahmen der Bio-Erlebnistage. Außerdem gibt es bereits im Vorfeld viele Informationen und einen Newsletter, die dabei helfen, sich der Aufgabe zu stellen. Überall in den Regionen sind Veranstaltungen zur "RegioPlus Challenge" geplant.

Es muss nicht Costa Rica sein

Deutschland hat 2020 rund neun Millionen Tonnen Obst und Gemüse importiert. Bei einem Konsum von rund 15 Tonnen (Quelle: Statista) sind das etwa 60 Prozent des Konsums. Bananen und Tomaten sind dabei ganz oben auf der Liste. Jährlich werden rund 1,26 Millionen Tonnen Bananen hauptsächlich aus Costa Rica, Kolumbien und Panama importiert. Bei Tomaten sind es jährlich rund 730.000 Tonnen, vorrangig aus Spanien und den Niederlanden. Weitere wichtige Importkulturen sind Gurken, Wassermelonen, Paprikas, Zitronen, Kohlrabi, Erdbeeren, Avocados, Zucchini, Auberginen, Blaubeeren und Kaki.

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