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Regionalbischöfin Greiner kritisiert Kardinal Müller | BR24

© picture alliance/David Ebener

Die Bayreuther Regionalbischöfin Dorothea Greiner übt Kritik an dem Schreiben, das auch Kardinal Müller unterschrieben hat.

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    Regionalbischöfin Greiner kritisiert Kardinal Müller

    Ein von Kardinal Müller unterzeichnetes Schreiben, das die Ansteckungsgefahr des Coronavirus anzweifelt, sorgt für Unruhe. Nun hat die Bayreuther Regionalbischöfin Greiner das Papier scharf kritisiert und Müller einen fehlgeleiteten Menschen genannt.

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    "Halbwahrheiten ohne Liebe kombiniert mit merkwürdigen Verschwörungsszenarien": Dorothea Greiner nahm im Rahmen eines Gottesdienstes in der Hofer St. Michaeliskirche am vergangenen Sonntag (10.05.20) deutliche Worte in den Mund. Die Bayreuther Regionalbischöfin übte scharfe Kritik an einem Schreiben, das die Ansteckungsgefahr des Coronavirus anzweifelt und vor Impfungen warnt. Und das unter anderem Kardinal Gerhard Ludwig Müller unterzeichnet hat.

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    In dem Schreiben heißt es unter anderem:

    "Wir haben Grund zu der Annahme (...), dass es Kräfte gibt, die daran interessiert sind, in der Bevölkerung Panik zu erzeugen. Auf diese Weise wollen sie dauerhaft Formen inakzeptabler Freiheitsbegrenzung und der damit verbundenen Kontrolle über Personen und der Verfolgung all ihrer Bewegungen durchsetzen. Diese illiberalen Steuerungsversuche sind der beunruhigender Auftakt zur Schaffung einer Weltregierung, die sich jeder Kontrolle entzieht."

    Die Rede ist außerdem von der "Einmischung von fremden Mächten", von "unklaren Absichten supranationaler Einheiten" und von "Impfstoffen, zu deren Herstellung Material von abgetriebenen Föten verwendet wird".

    Unverständnis bei Regionalbischöfin Greiner

    Kardinal Müller gilt als einer der prominentesten Unterzeichner dieses Papiers, für das Greiner kein Verständnis zeigt. Eine Kirche, die auf die Durchsetzung ihrer Freiheit poche, aber den Schutz der Schwachen nicht im Blick habe, sei "keine Kirche Jesu Christi". Bei den Verfassern des Schreibens, zu dem inzwischen katholische Bischöfe in Deutschland auf Distanz gegangen sind, handele es sich um "fehlgeleitete und fehlleitende Menschen".

    "Da sprechen Menschen, denen es primär um die Macht und Freiheit der Kirche geht und die dabei weit von der Macht der Liebe Jesu entfernt sind." Dorothea Greiner, Regionalbischöfin

    Kardinal Müller trotzt Kritikern

    Das Schreiben haben neben Kardinal Müller auch weitere Bischöfe, Mediziner und Anwälte unterschrieben. Obwohl das Papier auch in der Kirche Empörung ausgelöst hat, verteidigt Müller seine Unterschrift. Interessierte kirchliche Kreise hätten das Papier benutzt, "um daraus Empörungskapital gegen ihre vermeintlichen Gegner zu schlagen", erklärte Müller der katholischen Wochenzeitung "Die Tagespost".

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