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Regional und genossenschaftlich: Donauwörther Stadtladen startet | BR24

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Donauwörther Bürger haben Anteile gekauft, organisiert und handwerklich gearbeitet. Heute hat der Stadtladen geöffnet, mit vielen regionalen Produkten. Der genossenschaftlich organisierte Laden soll wieder Leben in die Innenstadt bringen.

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Regional und genossenschaftlich: Donauwörther Stadtladen startet

Donauwörther Bürger haben Anteile gekauft, organisiert und handwerklich gearbeitet. Heute hat der Stadtladen geöffnet, mit vielen regionalen Produkten. Der genossenschaftlich organisierte Laden soll wieder Leben in die Innenstadt bringen.

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Von
  • Judith Zacher
  • Roswitha Polaschek
© BR/Judith Zacher

Kein einziger Supermarkt mehr in der Stadtmitte - in einer Stadt mit rund 20.000 Einwohnern. Das geht so nicht, haben sich einige Bürger gedacht - und den Donauwörther Stadtladen ins Leben gerufen. Heute hat er eröffnet - direkt vor dem Lockdown!

Pünktlich um acht Uhr hat der Stadtladen in der Donauwörther Reichsstraße seine Türen aufgemacht. Äpfel, Salate und Mohrrüben liegen in den extra dafür gezimmerten Regalen, es duftet nach frischem Brot, die Wursttheke ist gefüllt, erste Kunden sind da. Neben einem Standardsortiment an Lebensmitteln und Dingen für den täglichen Bedarf sgibt es im Stadtladen vor allem auch ganz viele regionale Waren. Das war für Biobauer Hubert Gerstmaier einer der Gründe, warum er sich seit Wochen für den Stadtladen ehrenamtlich engagiert.

Tausende ehrenamtliche Arbeitsstunden für den Stadtladen

Statt einzelne Hofläden abklappern zu müssen, wo jeder nur seine eigenen Produkte anbietet, bekommt man im Stadtladen jetzt ein breites Sortiment an regionalen Waren. Mehr als 30 Anbieter aus der Region beliefern den Laden. Das hat Gerstmaier überzeugt. Seit Anfang November arbeitet er fast jeden Tag im Laden, insgesamt gut 2500 Arbeitsstunden, schätzt er, haben Donauwörther Bürger ehrenamtlich in den Ladenbau gesteckt. Hinter den Kulissen waren es wohl noch einmal etwa 2500 Stunden, für Organisatorisches.

Leidenschaft für den Donauwörther Stadtladen

Zum Beispiel das Ehepaar Katharina und Michael Wanke haben mitgeholfen, den Stadtladen zum Laufen zu bringen: "Weil es in der Stadt keinen Laden mehr gibt, in dem man einkaufen kann", sagt Michael Wanke. "Weil ich Stadtbewohnerin bin und ich möchte in der Stadt einkaufen gehen", betont Katharina Wanke. Deshalb arbeitet auch Winfried Sprate hier mit, anfangs um die 60 Stunden pro Woche: Boden verlegen, weißeln, überall hat er mit angepackt. Ihm haben die Leute gefallen, und das Projekt, erzählt er. Seine Vision: Die Reichsstraße soll wieder ein Anziehungspunkt werden.

Ein Stadtladen von und für Bürger - genossenschaftlich organisiert

Schon bevor es ans Handwerkliche ging, war die Beteiligung der Donauwörther gefragt: Der Stadtladen ist nämlich, ähnlich wie viele Dorfläden in der Umgebung, genossenschaftlich organisiert, erklärt Oliver Sporr. "Wir sind ein Bürgerprojekt, das heißt die Donauwörther Bürger haben Anteile gezeichnet und irgendwann wird auch etwas ausgeschüttet."

Warum der Stadtladen ein großes Glück für den Ladenbesitzer ist

Der neue ca. 300 Quadratmeter große Stadtladen war vor einiger Zeit noch ein Schuhgeschäft. Es musste schließen, wie so viele andere Läden in der Reichsstraße. Jetzt soll wieder Leben in die Straße kommen. Wenn es wieder erlaubt ist, soll ein kleines Bistro im Stadtladen eröffnen. Damit steht der ehemalige Schuhladen also nicht leer und die ehemalige Angestellte Christina Rößner verkauft jetzt Lebensmittel statt Schuhe.

Ihr ehemaliger Chef und Besitzer des Gebäudes, Thomas Musäus, ist auf jeden Fall begeistert davon, was aus dem Traditionsladen seiner Familie geworden ist: "Jeden Tag könnte ich zehn Kerzle anzünden, dass das so gelaufen ist. Unsere Geschäftsschließung wäre sowieso gekommen, auch ohne Corona, aber wir hätten nie einen Mieter gefunden. Was hier entstanden ist in den letzten Wochen, wäre eine Investition gewesen, die nicht zu stemmen gewesen wäre."

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