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Coburger Klinikverbund Regiomed sieht Sanierung auf gutem Weg | BR24

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Der Klinikverbund Regiomed in Coburg war im vergangenen Jahr in einen finanzielle Schieflage geraten.

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    Coburger Klinikverbund Regiomed sieht Sanierung auf gutem Weg

    Der Hauptgeschäftsführer des angeschlagenen Coburger Klinikverbunds Regiomed ist zuversichtlich, dass die Krise überwunden werden kann. Der aufgestellte Sanierungsplan wirke, sagte Alexander Schmidtke im Gespräch mit dem Bayerischen Rundfunk.

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    Der Hauptgeschäftsführer des Klinikverbunds Regiomed, Alexander Schmidtke, sieht die Sanierung des finanziell angeschlagenen Verbunds auf einem guten Weg. Heute steht in der beteiligten thüringischen Kommune Hildburghausen der so genannte Betrauungsakt auf der Tagesordnung des Kreistags. Schmidtke äußerte gegenüber dem BR keine Bedenken, dass sowohl die Kommunen Hildburghausen heute als auch Sonneberg Ende des Monats einem solchen Betrauungsakt zustimmen. Schließlich seien die Kommunen als Träger des Verbunds verpflichtet, die medizinische Versorgung sicherzustellen.

    Ein Betrauungsakt ist die rechtliche Voraussetzung dafür, dass die Kommunen dem Verbund Gelder überweisen können. Ansonsten drohen europarechtliche Probleme in Bezug auf Wettbewerbsregeln. Der Klinikverbund Coburg und der Kreistag in Lichtenfels haben einem solchen Betrauungsakt bereits im Juli zugestimmt.

    Verhandlungen über weitere Kredite

    Schmidtke befürwortet generell eine Erhöhung der Kapitaleinlagen. Aus den beteiligten Kommunen Coburg, Lichtenfels, Hildburghausen und Sonneberg sollen insgesamt 30 Millionen Euro dafür fließen, so der Hauptgeschäftsführer. Zum einen, um die Sanierungsphase zu stützen, zum anderen um auch danach liquide zu bleiben. Außerdem sei es ein gutes Zeichen an die Banken, wenn der Verbund mit der Erhöhung ein klares Zeichen setze.

    Bislang haben Stadt und Landkreis Coburg sieben Millionen Euro als Kassenkredit gegeben, auch aus Lichtenfels gab es Zuschüsse. Verhandlungen mit der Kommune Sonneberg über einen Kredit laufen. In Hildburghausen soll darüber heute im Kreistag gesprochen werden. Insgesamt soll hier 10 Millionen Euro als Kredit zur Verfügung stehen. Diese Gelder fließen jedoch noch nicht in die Kapitalerhöhung ein. Im September sollen dann intensive Gespräche über die Sanierung und die Kapitalerhöhung mit den Beteiligten starten.

    Kritik an ehemaliger Geschäftsführung

    Gleichzeitig übte Schmitdke im BR-Gespräch Kritik an der ehemaligen Regiomed-Geschäftsführung. Diese hätte den Aufsichtsrat im letzten Jahr wesentlich früher und umfassend über die finanziellen Probleme des Verbunds informieren müssen, so Schmidtke. Solch eine wirtschaftliche Lage falle nicht einfach vom Himmel, so der Hauptgeschäftsführer wörtlich. Er spricht generell von einer wirtschaftlichen und finanziellen Krise, nicht von einer medizinischen. Die medizinische Versorgung sei weiterhin auf einem sehr guten Niveau und nicht gefährdet.

    Der aufgestellte Sanierungsplan wirke und er sei sehr zuversichtlich, dass die Krise überwunden werden könne, so Schmidtke. Anfang Juli hatte die Regiomed Kliniken GmbH bekannt gegeben, dass der Jahresverlust für 2018 wohl bei 22 Millionen Euro liegen wird. Für das laufende Jahr erwarte man einen Verlust von 14,7 Millionen Euro. Der Klinikverbund versorgt in Südthüringen und in Oberfranken rund 150.000 Patienten stationär und ambulant und beschäftigt an verschiedenen Standorten insgesamt 5.400 Mitarbeiter.