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Polizisten und Männer in Schutzwesten stehen vor den beiden Zügen, die im vergangen Jahr in Aichach ineinandergefahren sind.
© BR/Johannes Hofelich
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Polizisten und Männer in Schutzwesten stehen vor den beiden Zügen, die im vergangen Jahr in Aichach ineinandergefahren sind.

Bei dem Zugunglück in Aichach kamen am 7. Mai 2018 der Zugführer eines Zuges der Regiobahn und eine Passagierin ums Leben, 14 Fahrgäste erlitten teils schwere Verletzungen. Die Staatsanwaltschaft in Augsburg ermittelt derzeit gegen den damaligen DB-Fahrdienstleiter wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung. Mit einer Anklage wird in den nächsten Wochen gerechnet.

Aichacher "Infrastruktur teilweise aus der Vorkriegszeit"

Auf Anfrage des BR sagte Regiobahn-Geschäftsführer Fabian Amini, die Regiobahn habe im Gespräch mit der DB-Netz sehr darauf gedrungen, dass es technische Nachbesserungen gebe. Die derzeitigen Stellwerke sind sehr alt: "Das sind mechanische Stellwerke ohne Sicherung, das ist Infrastruktur teilweise aus der Vorkriegszeit", so Amini, und insofern sei es richtig, dass jetzt nachgerüstet werde. Daher freue man sich über die Ankündigung der Bahn.

"Uns war auch wichtig, dass das möglichst zuerst in Aichach und in unserem Regionalnetz umgesetzt wird." Fabian Amini, Geschäftsführer bei der Bayerischen Regiobahn

Das Unglück sei für die Augsburger Regiobahn-Mitarbeiter eine große Belastung gewesen. Allerdings müssen man sich auch vor Augen führen, dass die Bahn insgesamt eines der sichersten Verkehrsmittel sei, so Amini.

Pro Bahn: Verantwortung für Bahnnetz hat Bundestag

Der Fahrgastverband Pro Bahn Schwaben zeigt sich ebenfalls erfreut: Pro Bahn-Sprecher Winfried Karg sagte dem BR, "es ist gut, dass es Verbesserungen geben soll". Man dürfe in dieser Sache aber nicht allein der Bahn den Schwarzen Peter zuschieben.

"Eigentümer der Bahn ist die BRD, vertreten durch die von uns gewählten Abgeordneten. Die Deutsche Bahn ist so etwas wie der Hausmeister, der schraubt da was hin, was man ihm sagt und wo man ihm das Geld dafür gibt." Winfried Karg, Pro Bahn-Sprecher

Die Verantwortung dafür, dass das regionale Bahnnetz, wie das zwischen Augsburg und Ingolstadt, jahrelang nicht modernisiert worden ist, liege beim Bundestag, "der in den letzten Jahrzehnten die Prioritäten anders gesetzt hat" und kein Geld in die regionalen Linien investiert habe.

Autoren

Roswitha PolaschekBarbara Leinfelder

Sendung

Regionalnachrichten aus Schwaben vom 10.01.2019 - 17:30 Uhr