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Regensburger Verein schenkt Kapuzinermönch Oldtimer | BR24

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Bildrechte: BR/Sebastian Wintermeier

Insgesamt sieben Renault R4 ist der 78-jährige Pater Clemens schon gefahren.

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Regensburger Verein schenkt Kapuzinermönch Oldtimer

Zehntausende Kilometer fährt Pater Clemens jährlich im Einsatz für Bedürftige in Niederbayern und der Oberpfalz. Über eine Million Kilometer ist sein Renault schon gelaufen. Der Verein "Rengschburger Herzen" hat ihm deshalb einen neuen R4 geschenkt.

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Von
  • Sebastian Wintermeier
  • BR24 Redaktion

Mit seinem letzten Renault R4 ist der Regensburger Kapuzinermönch Pater Clemens Habiger im Einsatz für Bedürftige schon mehr als eine Millionen Kilometer gefahren. Weil der Wagen nach 25 Jahren deutliche Mängel zeigt, hat der Verein "Rengschburger Herzen e.V." dem 78-Jährigen zu Weihnachten einen gut erhaltenen R4 geschenkt – damit er weiter mobil ist, so der Vereinsvorstand. Am Donnerstag hat der Vorstand das Auto in der Werkstatt des Vereinsvorsitzenden Arno Birkenfelder in Regensburg offiziell an den Kapuzinermönch übergeben.

40.000 Kilometer im Jahr als Seelsorger unterwegs

"Mein Auto ist mein Castle", sagt Pater Clemens nach der Übergabe. Mit den 34 Pferdestärken des R4 könne er gemütlich fahren. Schnell fahren wolle er gar nicht. Trotzdem manövriert Pater Clemens seinen neuen R4 für eine erste Probefahrt schwungvoll zwischen den eng parkenden Autos auf dem Platz des Autohändlers hindurch. Den Wendekreis des R4 kennt der 78-Jährige offenbar ganz genau. Seit vielen Jahren sieht man den Kapuzinermönch in einem roten Renault R4 zu seinen Hilfseinsätzen in Niederbayern und der Oberpfalz fahren. Ständig ist er unterwegs für Bedürftige: Ob als Seelsorger für Gefängnisinsassen, als Jugendseelsorger oder im Einsatz für bedürftige Schüler.

"Ich fahre im Jahr 40.000 Kilometer, das ist ein Mal um die Erde." Pater Clemens Habiger

Handwaschbecken mit fließend Wasser im Auto

Der R4 sei nicht nur schön anzusehen, sagt der 78-Jährige. Das Auto sei für ihn ein "Arbeitstier". Auf die Rückbank verzichte er. Auf diese Art habe er für andere schon Waschmaschinen, Schränke oder sogar eine Couch transportiert - wenn es sein muss auch auf dem Dach. Seinen geschenkten R4 will Pater Clemens aber erst ab dem Frühjahr fahren. Wenn der Winter vorüber ist, will er die Sonderausstattung seines alten R4 dann in den Nachfolger einbauen. Dazu gehört unter anderem ein kleines Handwaschbecken mit fließend Wasser. Das helfe gegen klebrige Finger, wenn man Obst oder Eis im Auto isst, sagt Pater Clemens. Der einzige Nachteil seines nur 34 PS starken Traumautos sei, dass es Super Plus Benzin tanke.

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Sogar ein Waschbecken hat Pater Clemens in seinen R4 eingebaut.

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Pater Clemens Habiger erklärt die im Winkel verstellbaren Scheinwerfer.

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Pater Clemens' roter R4 ist mehr als eine Million Kilometer gelaufen.

Sponsor: Für mich ist Pater Clemens die Kirche

Gökhan Altincik vom RKT Rettungsdienst hat den Oldtimer für den Verein "Rengschburger Herzen e.V." finanziert. Für ihn sei der Kapuzinermönch die Kirche in Person, einfach weil er "selbstlos ist und hilft", sagt Altincik im Gespräch mit dem BR. Als er mitbekommen habe, dass Pater Clemens‘ alter R4 Mängel hat, habe er beschlossen ein gut erhaltenes Exemplar zu finanzieren. Ein fabrikneues Auto sei dabei nicht in Frage gekommen. "Den Pater kennt man nur im R4", so Altincik. Autohändler Arno Birkenfelder, der auch Vorstand des Vereins "Rengschburger Herzen" ist, hat sich daraufhin in ganz Europa umgesehen. Den gut erhaltenen R4 aus dem Baujahr 1978 habe Birkenfelder dann in der Nähe von Frankfurt am Main gefunden, sagt Vorstandsmitglied Monika Hölzl. Vor der offiziellen Übergabe am Donnerstag (07.01.) habe Pater Clemens das Geschenk dann an Heiligabend bekommen.

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