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Regensburger Start-Up: Frühwarnsystem gegen Kälberkrankheiten | BR24

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Was mit einem Gespräch unter Freunden begann, ist nun das Start-Up "Futuro Farming" geworden. Das Ziel ist es, durch dauerhafte Datenanalyse den Gesundheitszustand von Kälbern zu erfassen und Krankheiten frühzeitig zu erkennen.

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Regensburger Start-Up: Frühwarnsystem gegen Kälberkrankheiten

Was mit einem Gespräch unter Freunden begann, ist nun das Start-Up "Futuro Farming" geworden. Das Ziel ist es, durch dauerhafte Datenanalyse den Gesundheitszustand von Kälbern zu erfassen und Krankheiten frühzeitig zu erkennen.

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Von
  • Michelle Balzer

In den ersten Lebenswochen von Kälbern stellen Krankheiten der Tiere und besonders auch das Kälbersterben in der Landwirtschaft bereits länger ein Problem dar. Das bestätigt nun auch das Ergebnis einer mehrjährigen Studie (https://ibei.tiho-hannover.de/praeri/pages/69), an der auch Forschende aus München beteiligt waren.

Die Studie zeigt, dass die Kälbersterblichkeit bei durchschnittlich zehn Prozent liegt. Gründe dafür sind Totgeburten oder Krankheiten wie Durchfall, Nabel- und Gelenksentzündungen sowie Atemwegserkrankungen. Ein junges Start-Up aus Regensburg hat dieses Problem erkannt und möchte Landwirten eine Lösung bieten.

Sensor misst die Aktivität des Kalbs

Durch ein Gerät von "Futuro Farming" kann dem Landwirt ein Überblick über den Gesundheitszustand seiner Kälber gegeben werden, um so eventuelle Krankheiten im Voraus zu erkennen. Bereits seit 2016 arbeitet das Team an der Entwicklung des kleinen, schwarzen Kästchens mit Sensoren, das an der Box des Kalbs angebracht wird und das das Tier rund um die Uhr beobachtet. Dabei wird überprüft, wie sehr sich das Kalb bewegt, wie viel es frisst, trinkt und auch schläft. Die Daten werden gesammelt, ausgewertet und dem Landwirt in einer App auf dem Handy präsentiert. Der Preis für den Sensor liegt bei 150 Euro pro Kalb.

Durch Vorwarnung ist frühzeitiges Handeln möglich

Der Oberpfälzer Landwirt Josef Hamperl verspricht sich viel von dem Gerät für seine sechs Kälber. Da der Landwirt sein Wohnhaus nicht direkt neben dem Stall hat, kann er nicht rund um die Uhr bei den Tieren sein. "Dadurch, dass der Sensor schon erkennt, wenn eine Krankheit beginnt und mir dann schon eine Vorwarnung gibt, so kann ich frühzeitig handeln und dadurch vielleicht sogar eine Krankheit verhindern", so Hamperl.

Direkter Kontakt zu den Tieren bleibt nicht aus

Dass Kälber erkranken, liegt häufig an schlecht belüfteten und engen Ställen oder auch an nasskaltem Wetter. So können sich - wie beim Menschen - auch bei Kälbern Krankheiten schnell verbreiten. Laut Josef Hamperl könne man das in einigen Fällen mit dem Frühwarnsystem vermeiden.

Trotz der technischen Unterstützung bleibt der direkte Kontakt zu den Tieren aber nicht aus. Geräte wie das des Start-Ups verschaffen einem Landwirt wie Josef Hamperl viel Zeit, die er in andere Dinge investieren kann - auch für Kühe selbst.

Partnerschaft zwischen Technik und Mensch

Das Ziel des Regensburger Start-Ups ist es, das Gerät als Partner zwischen Technik und den Fähigkeiten des Landwirts zu sehen. Das bestätigt auch der Geschäftsführer von "Futuro Farming", Alexander Zacharuk: "Das sind viele wirklich top ausgebildete Menschen, die wissen was sie tun. Von daher ist das ein Hilfsmittel für sie für mehr Sicherheit und Planbarkeit."

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