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Regensburger mietet Wohnungen für Flüchtlinge auf Kos | BR24

© Sea Eye

Michael Buschheuer (42) ist Gründer der Seenotrettungsorganisation Sea Eye

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Regensburger mietet Wohnungen für Flüchtlinge auf Kos

Nach dem großen Erfolg "Nothilfe für Samos" kündigt Michael Buschheuer die nächste Hilfsaktion an. Der Regensburger Gründer der Seenotrettungsorganisationen Sea-Eye und Space-Eye will dafür Wohnungen auf Kos anmieten.

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Der Regensburger Seenotretter Michael Buschheuer ist überrascht und überwältigt von der großen Spendenbereitschaft, die bei der kurz vor Weihnachten gestarteten Aktion "Nothilfe für Samos" entstanden ist. Space-Eye, sein neuester Hilfsverein, geht jetzt einen Schritt weiter. In einer Videobotschaft kündigt Buschheuer an: "Wir holen die Leute aus dem Dreck!"

Wohnungen für 30 bis 40 Familien auf Kos angemietet

"In nassen und kalten Zelten ohne Strom und ohne Heizung überwintern zu müssen, ist menschenunwürdig. Wir müssen das ändern." Michael Buschheuer

Für die am Schlimmsten von dem Elend betroffenen Familien sind Wohnungen auf der Insel Kos angemietet worden. Aktuell sind bis April - bis der Winter vorbei ist - Wohnungen für 30 bis 40 Personen vorhanden. Irgendwann sollen in diesen Wohnungen, laut Buschheuer, 30 bis 40 Familien unterkommen.

Die Aktivisten stellen für diese Aktion 10.000 Euro bereit. Man rechnet mit 20 Euro am Tag pro Kopf. Bei der Beschaffung und Vergabe der Wohnungen greifen die Regensburger auf die Hilfe der deutschen Nichtregierungsorganisation flying help e.V. zurück.

© Sea-Eye

Blick in die Notbehausungen von Flüchtenden auf der Insel Kos

© Sea-Eye

Blick in die Notbehausungen von Flüchtenden auf der Insel Kos

© Sea-Eye

Blick in die Notbehausungen von Flüchtenden auf der Insel Kos

Space-Eye "Nothilfe für Samos" voller Erfolg

Buschheuer hatte kurz vor Weihnachten zu einem Hilfskonvoi für die Flüchtlinge in den griechischen Lagern auf Samos und Lesbos aufgerufen. Die Resonanz war riesig. In ganz Deutschland entstanden bei der Aktion "Nothilfe für Samos" Sammelstellen für warme Kleidung, Zelte und Schlafsäcke. Bis heute wurden 60.000 Euro und rund 70 Tonnen Hilfsgüter gespendet. Diese gehen jetzt per Lastzügen nach Griechenland auf die Inseln Samos, Kos und Lesbos. Space-Eye ruft weiterhin zu Geld-Spenden auf.

Der erste Lkw mit Hilfsgütern verließ unterdessen am Donnerstag Regensburg in Richtung Griechenland.

Regensburger engagiert sich

Bekannt ist Buschheuer für sein Engagement für die Seenotrettungsorganisation Sea-Eye. 2015 gründete er den gemeinnützigen Hilfsverein, der nach eigenen Angaben bisher in über 60 Missionen im Mittelmeer über 14.800 Flüchtlinge vor dem Ertrinken gerettet hat.

2019 rief Buschheuer das neue Projekt Space-Eye ins Leben. Diese NGO will mittels Satellitenüberwachung nach Flüchtlingsbooten Ausschau halten. Die Helfer wollen mit Fotos aus dem Weltraum Rettungseinsätze effektiver machen und gleichzeitig möglichen Menschenrechtsverletzungen auf die Spur kommen. Für seinen Einsatz bekommt Buschheuer am 16. Januar den Georg-Elser-Preis der Stadt München verliehen.