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Regensburger Korruptionsprozess: Wolbergs' Anwalt hält Plädoyer | BR24

© BR/Andreas Wenleder

Im zweiten Korruptionsprozess vor dem Landgericht Regensburg wird das Plädoyer des Verteidigers von Joachim Wolbergs erwartet. Die Staatsanwaltschaft hat eine Bewährungsstrafe für den ehemaligen Regensburger Oberbürgermeister gefordert.

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Regensburger Korruptionsprozess: Wolbergs' Anwalt hält Plädoyer

Im zweiten Korruptionsprozess vor dem Landgericht Regensburg wird das Plädoyer des Verteidigers von Joachim Wolbergs erwartet. Die Staatsanwaltschaft hat eine Bewährungsstrafe für den ehemaligen Regensburger Oberbürgermeister gefordert.

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Eine Freiheitsstrafe von einem Jahr und zehn Monaten hat die Staatsanwaltschaft für Joachim Wolbergs gefordert. Jedoch sieht sie die Voraussetzungen für eine Aussetzung auf Bewährung gegeben. Die Bewährungszeit sei auf drei Jahre festzusetzen. Am Montag wird das Plädoyer des Verteidigers von Joachim Wolbergs erwartet.

Verteidigung will Freispruch fordern

Der ehemalige Oberbürgermeister und sein Anwalt hatten zwar mit einer deutlich höheren Strafforderung gerechnet, dennoch trenne Anklage und Verteidigung bei der Bewertung des Falls "Welten", sagte Strafverteidiger Peter Witting nach dem Schlussvortrag der Staatsanwaltschaft. Er selbst werde heute einen Freispruch für seinen Mandanten fordern.

Bestechlichkeit, Vorteilsannahme, Untreue

Wolbergs wird Bestechlichkeit und Vorteilsannahme sowie Untreue vorgeworfen. Er soll Spenden in Höhe von rund 250.000 Euro für seinen SPD-Ortsverein von verschiedenen Immobilienunternehmern erhalten haben. Ein Teil davon in Form übernommener Wahlkampfrechnungen, die von einem Unternehmen mit Scheinrechnungen beglichen worden sein sollen. Im Gegenzug soll Wolbergs deren Projekte gefördert haben - trotz Bedenken aus Teilen der Verwaltung.

Wolbergs: Bin nie käuflich gewesen

Dass er sich etwa für eine Logistikhalle oder ein Nahversorgungszentrum der Firmen eingesetzt habe, leugnet Wolbergs nicht. Er sei aber nie käuflich gewesen, betonte er im Verfahren immer wieder. Die Projekte hätten in der Regensburger Politik breite Unterstützung gehabt. Als Oberbürgermeister dürfe und müsse man sich in solchen Fällen auch über Gegenmeinungen aus der Verwaltung hinwegsetzen, so Wolbergs.

Schwere Vorwürfe gegen Staatsanwaltschaft

Wolbergs hatte in der Verhandlung immer wieder harte Kritik an der Staatsanwaltschaft geübt. Diese habe ihn "vernichtet". Die Ermittlungen seien überzogen gewesen. Im ersten Verfahren hatte auch das Landgericht das Vorgehen der Ermittler gerügt.

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