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Eine Frau führt einen Gurgeltest durch (Symbolbild)

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    Regensburger Gurgelstudie startet an Schulen

    Eine ganze Schulklasse, die auf einen Rutsch auf das Coronavirus getestet wird: So funktioniert das Regensburger Gurgeltest-Modell. Nun soll die Studie gleich an mehreren bayerischen Schulen starten.

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    • BR24 Redaktion

    Ein Regensburger Modell, um Corona in großen Menschengruppen schnell zu identifizieren, soll Schulen eine Öffnungsperspektive bieten. Leiter der WICOVIR-Studie, die nun in Schulen in Erlangen, Nürnberg, Passau und Regensburg startet, ist der Regensburger Mediziner Michael Kabesch. Das teilte das Krankenhaus der Barmherzigen Brüder in der Dom-Stadt mit.

    Gesundheitsministerium unterstützt Studie

    Kabesch ist ärztlicher Direktor der Klinik Sankt Hedwig. Das Gesundheitsministerium habe bereits zugesagt, den Modellversuch finanziell zu unterstützen. Die Abkürzung WICOVIR steht für "Wo ist das Corona-Virus?"

    Das Testen erfolgt laut Mitteilung in zwei Schritten: Zunächst wird in einem Pool getestet - bis zu 30 Personen aus einer Klasse oder einem Kurs werden dabei kontrolliert. Falle der Test negativ aus, werde beruhigt weiter gelernt. Gebe es ein positives Ergebnis im Pool, finde in dieser Gruppe eine Einzeltestung mit Rückstellproben statt, um die notwendigen Maßnahmen einzuleiten.

    Gurgeltest auch für kleinere Kinder unkompliziert

    Entscheidend sei dabei der Zeitfaktor: Für den Test brauche es keinen Abstrich, sondern Rachenspülwasser, mit dem die Schülerinnen und Schüler sowie die Lehrkräfte morgens gurgelten. Der Gurgeltest ist unkompliziert und auch für kleinere Kinder gut durchführbar, heißt es.

    Proben würden in den Schulen gesammelt und gemeinsam getestet - und bei einem positiven Ergebnis gebe es noch am selben Tag Ergebnisse. "Damit umgehen wir die langen Wartezeiten der Labore", so Kabesch. Außerdem würden so Infektionsketten vermieden, die vor allem durch symptomfrei Infizierte innerhalb der Klassen entstehen könnten.

    Pilotprojekt bei den Regensburger Domspatzen

    Kabesch, der auch Leiter des Wissenschafts- und Entwicklungs-Campus Regensburg (WECARE) ist, hat mit dem dortigen Team bereits über Monate Erfahrungen gesammelt, wie es heißt. Das Pilotprojekt STACADO beim Regensburger Domspatzen-Gymnasium habe ihm sehr gute Ergebnisse geliefert. Wechselunterricht in den Abschlussklassen sei dort schon länger wieder möglich. Seither verfolge man das Konzept in den zuständigen Behörden und im Ministerium mit großem Interesse.

    Proben sind anonym

    Mit der Ostbayerischen Technischen Universität Regensburg wurden laut Mitteilung die Teststationen und das Informationsmaterial für die teilnehmenden Schulen entwickelt. Bis zu 72.000 Tests pro Woche sind demnach veranschlagt, wobei jeder Teilnehmer zweimal pro Woche das Umwelt-Screening durchläuft. Gearbeitet werde nur mit anonymisierten und nummerierten Proben. Die dazugehörigen Namen stünden in den jeweiligen Schulen.

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