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Regensburger Fußballarena bald ohne Namen | BR24

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Sportlich steht der SSV Jahn zurzeit nicht schlecht da: Trotz des geringsten Budgets der Zweiten Bundesliga im guten Mittelfeld. Am Sonntag das letzte Heimspiel im Continental-Stadion - zum Jahresende laufen die Namensrechte aus. Und dann?

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Regensburger Fußballarena bald ohne Namen

Wie wird das Fußballstadion in Regensburg künftig heißen? Der Autozulieferer Continental zieht sich aus wirtschaftlichen Gründen als Namenssponsor zurück. Die Stadt will die Namensrechte für die Heimspielstätte des SSV Jahn Regensburg neu vergeben.

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Noch prangt in großen weißen Buchstaben "Continental-Arena" an allen Seiten des roten Stadiondachs. Doch bald steht das Regensburger Fußballstadion ohne Namen da.

Sponsor in der Krise

Der Automobilzulieferer Continental, bisheriger Inhaber der Namensrechte, hat kein Interesse mehr. Eigentlich hatte sich der Konzern mit der Stadt Regensburg, dem Stadioneigentümer, bereits auf eine Verlängerung geeinigt. Aber das Unternehmen steckt in einer Krise. Es wird umstrukturiert, das Werk in Roding geschlossen und Stellen abgebaut.

"Zunächst einmal muss man sagen, dass uns die Entscheidung nicht leichtgefallen ist. Wir haben sie dennoch getroffen, vor dem Hintergrund der deutlich verschärften Rahmenbedingungen in der Automobilindustrie und auch im Hinblick auf die aktuellen Prioritäten im Unternehmen" Susanne Reimann, Pressesprecherin Continental Regensburg

Für Continental geht damit eine attraktive Werbefläche verloren. Das Stadion liegt an der Autobahn A3 und trägt auch internationale Spiele aus.

Netto statt Continental?

Die Stadt kann nun unerwarteter Weise auf die Suche nach einem neuen Namensgeber gehen. Interessenten gibt es bereits: der Haupt- und Trikotsponsor des SSV Jahn, die Supermarkt-Kette Netto. Ob bereits ein Angebot gemacht wurde, dazu wollte sich das Unternehmen auf BR-Nachfrage aber nicht äußern.

"Netto Marken-Discount hatte bereits bei der Erstvergabe der Namensrechte mitgeboten. Nach wie vor sind wir durchaus interessiert an einem Namenssponsoring der Heimspielstätte des SSV Jahn Regensburg. Wir bitten jedoch um Verständnis, dass wir uns zum jetzigen Zeitpunkt nicht weiter im Detail dazu äußern können." Netto-Unternehmenskommunikation

Europaweite Ausschreibung sorgt für Streit

Die Stadt verfolgte anfänglich die Idee, die Namensrechte für das stadteigene Stadion europaweit auszuschreiben. Dabei verwies man auf Rechtsvorschriften der EU. Der SSV Jahn Regensburg, für dessen Zukunft in den oberen Ligen Deutschlands das Stadion überhaupt gebaut wurde, lehnt eine Vergabe ab. Die Stadt will dagegen vorerst prüfen.

"Das sind ja Steuergelder, die hier verbaut worden sind. Und da hat man eine Verpflichtung und eine Verantwortung gegenüber dem Steuerzahler, wie man die Gelder verwendet. Deswegen braucht man eine rechtssichere Möglichkeit, den Namen zu vergeben." Gertrud Maltz-Schwarzfischer, SPD, Bürgermeisterin von Regensburg

Verein will selbst die Namensrechte erwerben

Aus Vereinskreisen heißt es, dass durch die Ausschreibung möglicherweise Konkurrenten von bestehenden Sponsoren zum Zuge kommen könnten. Der Verein will daher selbst die Namensrechte für seine Heimspielstätte erwerben.

Stadionsponsoring bringt viel Geld

Andere Proficlubs in Bayern haben es da einfacher: Die Allianz Arena gehört dem FC Bayern München. Einer aktuellen Studie zufolge hat die Marke "Allianz Arena" einen Wert von rund 21 Millionen Euro und rangiert damit europaweit auf Platz fünf (hinter Madrid, Barcelona und den beiden Fußballtempeln in Manchester). Der FC Bayern soll laut Studie aber derzeit nur sechs Millionen Euro pro Jahr für den Namen erhalten.

Keiner redet über Geld

Auch die Fußballstadien des FC Augsburg (WWK-Arena) und der Würzburger Kickers (flyeralarm-Arena) sind im Besitz der jeweiligen Vereine, die die Namensreche an Unternehmen vergeben haben. Zu Summen will man sich aber nicht äußern.

Das Grünwalder wird nicht verkauft

Die Spielstätten von Greuther Fürth (Sportpark Ronhof Thomas Sommer) und in Ingolstadt gehören Unternehmen. In Ingolstadt heißt das Stadion daher auch Audi-Sportpark. Eigentümer des Sportparks Unterhaching und des Grünwalder Stadion in München sind die jeweiligen Kommunen. Die Stadien tragen derzeit keine Namen von Sponsoren. Das Sportamt der Landeshauptstadt teilt sogar mit: „Ein Verkauf der Namensrechte kommt nicht in Frage.“

Nürnberg: Sponsoring für einen Club-Helden

Auch das Max-Morlock-Stadion in Nürnberg gehört der Stadt, die allerdings die Namensrechte an die Consorsbank für fast zweieinhalb Millionen Euro verkauf hat. Über eine Crowdfunding-Aktion, an der sich 4.000 Club-Fans beteiligten, wurden rund 350.000 Euro wieder eingenommen. Dafür steht nun nicht der Name der Bank am Stadion.

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Wie wird das Fußballstadion in Regensburg künftig heißen? Der Autozulieferer Continental zieht sich aus wirtschaftlichen Gründen als Namenssponsor zurück. Die Stadt will die Namensrechte für die Heimspielstätte des SSV Jahn Regensburg neu vergeben.