| BR24

 
 

Bild

Verkehrsminister Scheuer will mit dieser Kampagne junge Menschen motivieren einen Helm zu tragen.
© Bundesverkehrsministerium
© Bundesverkehrsministerium

Verkehrsminister Scheuer will mit dieser Kampagne junge Menschen motivieren einen Helm zu tragen.

Leichtbekleidete junge Frauen und Männer räkeln sich auf einem Bett in einem Hauch von nichts, haben aber - Sicherheit geht vor - einen Fahrradhelm auf. Das ist, kurz zusammengefasst, das Konzept einer Werbekampagne des Bundesverkehrsministeriums von CSU-Minister Andreas Scheuer aus Passau. Die Kampagne soll Menschen dazu bringen, sich einen Fahrradhelm aufzusetzen.

Erfolg der Kampagne zweifelhaft

Doch bei den Regensburger Radlern kommt das nicht an. Auf die Frage, was sie von der Kampagne halten, bezweifeln viele den Erfolg des Projekts.

Eine Frau findet die Kampagne visuell ansprechend. Eine andere Passantin gibt zu selbst auch keinen Helm aufzusetzen, weil es eben "blöd" aussehe. Sie fragt sich außerdem, was wohl ein Model in Unterwäsche mit Fahrradfahren zu tun hätte. Einem Regensburger gefallen zwar die Mädels, trotzdem findet er sowas von einem Verkehrsministerium "ein bisschen daneben".

Regensburg: Viele ohne Helm auf dem Fahrrad

Von den Befragten hatte nur einer einen Helm dabei. Der Rest fährt oben ohne. Die Kampagne wird daran auch nicht viel ändern, finden die Radler.

Der Ruf des Fahrradhelms ist trotz aller Sicherheitsgedanken nach wie vor nicht der beste. Zu klobig, zu unpraktisch und dann macht er auch noch die Frisur kaputt. Das sind gängigen Ausreden. Dabei gebe es doch so schöne Helme, sagt zumindest Marga Kornprobst vom Zweiradcenter Stadler in Regensburg:

"Ich sag halt immer, wenn ich mir einen Arm oder Fuß breche, das ist nicht so schlimm, als wie wenn ich eine Kopfverletzung habe. Das kann sehr gravierend sein!" Marga Kornprobst, Zweiradcenter Stadler

Wirksamere Maßnahmen gefordert

Sicherheit ist auch Klaus Wörle vom Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club ADFC wichtig. Dass sich die Kampagne des Ministeriums aber wieder nur um den Helm dreht sei schade, sagt Wörle.

"Dass gerade das Bundesverkehrsministerium in der Form startet, ist gerade zu zynisch. Denn das Verkehrsministerium hätte sehr viel wirksamere Maßnahmen und Möglichkeiten die Verkehrssicherheit für Radfahrer auf Straßen auch für Radfahrer zu erhöhen." Klaus Wörle, Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club ADFC Regensburg

Ein besserer Schutz vor abbiegenden Lkw, bessere und übersichtlichere Radwege und sicherere Ampelschaltungen könnten auch Leben retten, hier passiere aber zu wenig, sagt Wörle.

"Die Motivwahl ist sehr sexistisch, sodass das heutzutage eher abschreckt als jemanden zum Nachdenken bringt. Ich glaube, das ist eher eine Motivation sich darüber aufzuregen, aber nicht die Einstellung zum Radhelm zu überdenken." Klaus Wörle, Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club ADFC Regensburg

Scheuer hält Kampagne für Erfolg

Die Kampagne werde nicht viel bringen, sagt der Regensburger Kreisvorsitzende des ADFC. Das sieht Verkehrsminister Scheuer anders:

"Da ist das Ziel schon erreicht, wenn über eine Kampagne diskutiert wird. Und wenn wir mit einer Kampagne nur ein einziges Menschenleben retten, weil das Bewusstsein geschärft wird einen Helm aufzusetzen, dann ist die Kampagne schon gelungen. Ich bedanke mich bei den Models - Frauen und Männer - die mitgeholfen haben, beim Thema Helmtragen eine Aufmerksamkeit zu erzielen, die dazu geführt hat, dass nicht nur in Deutschland drüber diskutiert wird sondern europaweit drüber berichtet wird." Andreas Scheuer, Bundesverkehrsminister

Das hat die Kampagne auf jeden Fall geschafft: Der Fahrradhelm ist wieder ein Gesprächsthema.