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Regensburger Ex-Kulturdezernent Schnetz wurde 80 | BR24

© Stadt Regensburg, Peter Ferstl

In Regensburg war Schnetz von 1968 bis 1973 Kulturdezernent

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    Regensburger Ex-Kulturdezernent Schnetz wurde 80

    Der frühere Regensburger Kulturdezernent Wolf Peter Schnetz hat seinen 80. Geburtstag gefeiert. Der Schriftsteller arbeitete nach dem Grundsatz "Kultur für alle". Schnetz pflegte die Ost-West-Beziehungen trotz des Eisernen Vorhangs.

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    Seinen 80. Geburtstag hat am Freitag in Regensburg der Kulturpolitiker und Schriftsteller Wolf Peter Schnetz gefeiert. Überregional bekannt wurde er als Organisator des Kulturprogramms der Olympischen Spiele in München sowie als Kulturdezernent von Regensburg (1968 bis 1973) und Erlangen (1973 bis 2000).

    Kritiker des gesellschaftlichen Rechtsrucks

    In seiner Funktion als Regensburger Kulturdezernent gründete Schnetz unter anderem das Erlanger Poetenfest und den Comic-Salon. Dabei arbeitete er nach dem in den späten 60er und frühen 70er Jahren etablierten Grundsatz "Kultur für alle", der auf den Kulturreferenten von Frankfurt am Main, Hilmar Hoffmann zurückgeht. Heute ist Schnetz ein deutlicher Kritiker des Rechtsrucks in der Gesellschaft.

    Schnetz gründete Verlag Maistraßenpresse

    Wolf Peter Schnetz wurde in Regensburg als Sohn eines Offiziers der Gebirgsjäger geboren und studierte unter anderem in Erlangen und Mainz Deutsch, Geschichte, Kunstgeschichte und Theaterwissenschaften. Als Germanist beschäftigte er sich zunächst mit dem Lyriker Oskar Loerke. Mit 24 Jahren gründete er in München den Verlag Maistraßenpresse, in dem erste Werke von Karl Krolow, Günter Eich und Herbert Achternbusch erschienen.

    Schnetz pflegte 1968 Ost-West-Beziehungen

    Nach seiner Pensionierung ließ er sich als freischaffender Schriftsteller in seiner Heimatstadt nieder, in der er als Initiator des heute vielbesuchten Westbades gilt. Außerdem etablierte er hier den als Kommunist verschrienen Zeichner Guido Zingerl und organisierte Gastspiele des Regensburger Stadttheaters in Pilsen. Das war 1968 - zu Zeiten des Eisernen Vorhangs und beginnenden Prager Frühlings - eine schier unglaubliche Leistung.

    Schnetz ist Mitglied des Schriftstellerverbandes PEN-Zentrum Deutschland, Ehrenvorsitzender des Verbandes deutscher Schriftsteller (VS) in Bayern und wurde unter anderem mit dem Friedrich-Baur-Preis der Bayerischen Akademie der Schönen Künste ausgezeichnet.