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Regensburger Bombe: "Richtig grauseliges Ding!" | BR24

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Zerbrochene Fenster, beschädigte Dächer und Fassaden. In Regensburg ist eine Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg gesprengt worden. Dabei kam es zu erheblichen Schäden an den umliegenden Gebäuden.

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Regensburger Bombe: "Richtig grauseliges Ding!"

Nach der Sprengung der Fliegerbombe in Regensburg wird die Gefahr, die von ihr ausging, deutlich. Sprengmeister Andreas Heil spricht von einem sehr hohen Gefahrenpotenzial und erklärt, warum sie nicht entschärft werden konnte.

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Wieder haben Bauarbeiter in Regensburg eine Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg entdeckt. Doch dieses Mal konnte sie nicht entschärft werden. Das wäre zu gefährlich gewesen, so Andreas Heil vom Kampfmittelräumdienst.

"Wir hatten die Besonderheit, dass wir eine Bombe hatten mit einem chemisch-mechanischen Langzeitzünder. Diese Zünder sind vorgespannt und können nicht ausgebaut werden."

Auf die Frage, als wie gefährlich die Regensburger Bombe eingestuft werden müsste, sagte Heil: "Ganz, ganz oben! Ein richtig grauseliges Ding."

© picture alliance / dpa / Marc Müller

Sprengmeister Andreas Heil

Bombe bei Bauarbeiten beschädigt

Die Bombe wurde von einem Bagger mit der Schaufel hochgehoben und ist dann wieder aus ihr herausgekullert. Durch diese Bewegung hätte der Zünder beschädigt werden können. Da unklar war, ob das der Fall ist, ging ein hohes Gefahrenpotenzial aus. Deshalb wurde entschieden, die Bombe zu sprengen.

Schaden dürfte beträchtlich sein

Der durch die Sprengung entstandene Schaden dürfte beträchtlich sein. Die Polizei wollte bis zum Mittwochmittag noch keine Schätzung abgeben. Beobachter gehen allerdings davon aus, dass sich die Schäden auf eine Summe im sechsstelligen Bereich belaufen könnten. So wurden durch die Druckwelle an zahlreichen Gebäuden die Fensterscheiben zerstört. In einem naheliegenden Autohaus wurden Fahrzeuge beschädigt, bei einem Wohnhaus nahe des Bombenfundortes wurden zumindest Teile des Dachs abgedeckt.

© picture alliance / dpa / Marc Müller

Nach der Sprengung der Fliegerbombe in Regensburg am frühen Mittwochmorgen wird die Gefahr, die von dem Blindgänger ausging, deutlich. Es gab Schäden an umliegenden Gebäuden. Die Bombe konnte aber nicht entschärft werden.

© BR / Rudolf Heinz

Zerstörte Scheiben eines Imbiss in der Straubinger Straße

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Beide Scheiben zerbarsten bei der Sprengung.

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Bis der durch die Sprengung entstandene Schaden begutachtet ist, bleibt dieses Autohaus geschlossen.

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Scherben im Verkaufsraum des Autohauses.

Die meisten betroffenen Hausbesitzer dürften dennoch vergleichsweise glimpflich davonkommen. Die meisten der an Gebäuden und Fahrzeugen entstandenen Schäden sind nach Einschätzung von Regensburgs Rechtsreferent Walter Boeckh nämlich über Gebäude- und Hausratsversicherungen abgedeckt. Die unmittelbaren Kosten der Entschärfung, etwa für die Evakuierungen, trage die öffentliche Hand.

4.500 Regensburger mussten ihre Häuser verlassen

Die 250 Kilogramm schwere Fliegerbombe in Regensburg war am frühen Mittwochmorgen um 4.42 Uhr mit einem Spezialroboter gesprengt worden. Die rund 4.500 Regensburger, die über Nacht in Sicherheit gebracht worden waren, konnten am Morgen nach und nach in ihre Häuser zurückkehren. Zeitweise waren bis zu 400 Kräfte von Polizei, Feuerwehr und Rettungskräften im Einsatz. Die Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg war am Dienstagnachmittag bei Bauarbeiten in der Bukarester Straße gefunden worden.

Darum werden dort immer wieder Bomben gefunden:

Im Regensburger Messerschmitt-Werk ließen die Nationalsozialisten einst Kriegsflugzeuge produzieren. Das Areal war Ziel mehrerer amerikanischer Luftangriffe, weswegen sich dort bis heute immer wieder Blindgänger finden.

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Schäden nach der Bombensprengung: Häuserfassaden sind beschädigt, Fensterscheiben zerbrochen.