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Regensburger "Anbetung der Könige" ist kein Dürer | BR24

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Bildrechte: BR/Katharina Häringer

Der angebliche Dürer-Fund in Regensburg

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    Regensburger "Anbetung der Könige" ist kein Dürer

    Zwei Experten haben das angebliche Dürer-Gemälde im Historischen Museum der Stadt Regensburg auf seine Echtheit hin begutachtet. Das Urteil ist laut Auskunft des Regensburger Kulturreferenten Klemens Unger eindeutig: nein, es ist kein Dürer.

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    Einer der beiden Gutachter ist Thomas Schauerte, Chef des Dürer-Hauses in Nürnberg und Dürer-Biograph. Seiner Meinung nach handelt es sich bei dem Ölbild auf keinen Fall um ein Bild des Meisters, so Unger. Ähnlich hat sich auch ein Experte aus den Bayerischen Staatsgemäldesammlungen München geäußert, nachdem er das Bild persönlich begutachtet hatte.

    Das Bild war vor sechs Wochen vom Historiker Rudolf Reiser als sensationeller neuer Dürer präsentiert worden. Im Historischen Museum der Stadt Regensburg hatte sich Reiser von der Echtheit seiner Entdeckung überzeugt gezeigt. Experten, die seinen "neuen Dürer" anzweifelten, hatte er als Neider bezeichnet.

    Hohn und Spott über Präsentation

    Dem Museum schlug nach der Präsentation sehr schnell Spott entgegen, weil es die Veranstaltung des Historikers überhaupt zugelassen hatte, ohne vorherige fachliche Prüfung des Gemäldes. Der Kritik stellte sich der Regensburger Oberbürgermeister Joachim Wolbergs (SPD) entgegen.

    "Stellen Sie sich mal vor: Es gibt einen Kunstinteressierten, und wir hätten ihm seine Thesenpräsentation im Stadtmuseum verwehrt. (...) Dann würde man der Stadt vorwerfen, sie sei kleinlich und spießig." Joachim Wolbergs, Oberbürgermeister Regensburg (SPD)

    Das Ölgemälde, das die Heiligen Drei Könige bei der Anbetung von Maria und Jesus zeigt, gehört laut Martin Schawe von den Bayerischen Staatsgemäldesammlungen zur Sammlung von Reichsmarschall Hermann Göring. Möglicherweise hatte es frühere Besitzer, die enteignet wurden, was das Gemälde zu Nazi-Raubkunst machen würde. Der Künstler ist bislang unbekannt.