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Regensburg: Space-Eye sucht Paten für Geflüchtete | BR24

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Mehrere Zehntausend Menschen leben in überfüllten Flüchtlingslagern auf Samos, Kos oder Lesbos. "Second Life" heißt eine Hilfsaktion, bei der Paten gesucht werden, die bereit sind Menschen von dort aufzunehmen und ihnen bei der Integration zu helfen.

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Regensburg: Space-Eye sucht Paten für Geflüchtete

30.000 Menschen leben immer noch in überfüllten Flüchtlingslagern auf den griechischen Inseln. In Regensburg zeigt jetzt die Zivilgesellschaft Bereitschaft, Geflüchtete aufzunehmen. Die Hilfsorganisation Space-Eye sucht Paten für rund 50 Menschen.

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Nach wie vor leben rund 30.000 Menschen in überfüllten Flüchtlingslagern auf den griechischen Inseln. Viele Städte, auch in Bayern, haben der Bundesregierung angeboten, zusätzliche Menschen von dort aufzunehmen. In Regensburg zeigt jetzt auch die Zivilgesellschaft Bereitschaft. Die Hilfsorganisation Space-Eye sucht Paten, um in der Stadt 50 Menschen aufnehmen und integrieren zu können.

Regensburger bietet Wohnung und Praktikumsplatz

Stephan Kappl hat sich bereits als Pate bei Space-Eye gemeldet. Er hat angeboten, einen Menschen aus den Lagern in seiner Wohnung aufzunehmen. Da sein Sohn kaum mehr in der Wohnung sei, könne er ein Schlafzimmer freimachen. Doch nicht nur mit einer Unterkunft will der Regensburger helfen. In seinem Restaurant "Meiers" in Stadtamhof könne er zum Beispiel auch Praktikumsplätze anbieten, später vielleicht auch einen Ausbildungsplatz. Denn Arbeit sei der erste Schritt in ein neues Leben. "Das gibt einem Selbstwertgefühl, wenn man sagen kann, ich habe einen Arbeitsplatz und kann selber Geld verdienen", sagt Kappl.

© BR/ Andreas Wenleder

Stefan Kappl hat sich bei Space-Eye als Pate gemeldet.

Integration braucht mehr als nur eine Unterkunft

Für die Initiative ist es wichtig, den Aufgenommenen nicht nur ein Dach über dem Kopf zu geben. Zu einer gelungenen Integration gehört für die Initiatoren mehr. Für jeden der 50 Menschen solle am Ende ein Paket aus Deutschkurs, Arbeitsmöglichkeit und Wohnung stehen. Auch in anderen Bereichen sollen die Freiwilligen die Menschen bei der Integration unterstützen. Eine Vollpatenschaft nennt das Space-Eye-Gründer Michael Buschheuer, die ruhig auch auf mehrere Schultern verteilt werden kann. Das Paket solle so gestaltet sein, dass der Staat bei der Integration kaum benötigt wird.

Auch Organisationen können sich beteiligen

Um das zu erreichen, setzt Space-Eye aber nicht nur auf Privatpersonen. Auch Organisationen sind aufgerufen sich zu beteiligen. So unterstützt auch die katholische Kirche die Aktion "Second Life". Das Projekt sei für die global tätige Kirche eine hervorragende Möglichkeit aktiv vor Ort zu helfen, sagt Ruth Aigner von der Fachstelle Weltkirche des Bistums Regensburg. "Es ist unsere Aufgabe für Menschen in Not immer einen Platz zu haben und wenn der Platz nicht auf dem Papier steht, dann findet man ihn trotzdem irgendwo."

Politik nimmt Angebote nicht an

Was im Moment aber noch fehlt, ist die Bereitschaft der Politik, die angebotene Hilfe für die Menschen in den griechischen Lagern auch anzunehmen. Das zuständige Bundesinnenministerium hat zwar bereits rund 50 unbegleitete Jugendliche einreisen lassen. Weitere 900 Menschen, vor allem Familien mit schwerkranken Kindern, folgen in den nächsten Monaten. Doch das Angebot von vielen deutschen Städten wie Regensburg, noch weitere Menschen aufzunehmen, wird derzeit noch mit Verweis auf die geltende Rechtslage abgelehnt.

Stephan Kappl hofft, dass durch viele Freiwillige und Initiativen wie in Regensburg doch noch Bewegung in die Sache kommt. "Ich denke, wenn sowas von der Basis kommt, dann ist das in einer Demokratie immer ein guter Weg, etwas zu bewegen", sagt Kappl. Aus seiner Sicht kann die Stadt noch mehr leisten, man muss sie nur lassen.

© BR/Andreas Wenleder

Nach wie vor leben rund 30.000 Menschen in überfüllten Flüchtlingslagern auf den griechischen Inseln. Viele Städte, auch in Bayern, haben der Bundesregierung angeboten, zusätzliche Menschen von dort aufzunehmen.

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