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Regenfälle lassen in Bayern nach - Hochwassergefahr bleibt | BR24

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Immer noch heißt es warten - warten auf das Ende des Regens. Doch langsam ist Land in Sicht: Meteorologen zeigen sich optimistisch, dass der Regen in Bayern nachlässt und damit auch die Hochwassergefahr.

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Regenfälle lassen in Bayern nach - Hochwassergefahr bleibt

Nach den heftigen Regenfällen mit stellenweisen Überschwemmungen in Bayern lässt der Regen laut Deutschem Wetterdienst weiter nach. Die Hochwasserlage hat sich in vielen Gebieten entspannt, aber noch nicht überall.

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Aufatmen in Oberbayern

Die Hochwasserlage hat sich in Oberbayern in der Nacht nicht weiter verschärft - im Gegenteil: auch an der Ammer bei Weilheim oder an der Loisach bei Schlehdorf sinken die Pegel. Derzeit wird nur mehr an der Loisach bei Beuerberg Meldestufe 3 erreicht – doch auch hier entspannt sich die Lage in den nächsten Stunden laut dem Hochwassernachrichtendienst. Einige Straßen sind in den Landkreis Garmisch-Partenkirchen und Weilheim-Schongau noch gesperrt aber es ist zu keinen größeren Schäden gekommen.

Eine Sprecherin der Polizeidirektion Oberbayern-Süd erklärte, die Nacht sei ruhig gewesen, die Polizei sei lediglich zu ein paar vollgelaufenen Kellern gerufen worden. Laut Meldungen des Hochwasserdienstes Bayern sind über Nacht nur die Pegel von Schlier- und Tegernsee leicht angestiegen – und der Pegel der Alz bei Seebruck. Auch die Isar scheint ihren Höchststand in München und Freising erreicht zu haben. Meldestufe 3 wurde hier in der Nacht nicht überschritten. Laut einem Sprecher der Berufsfeuerwehr in München sind auch in der hochwassergefährdeten Au keine Keller vollgelaufen.

Lage in Schwaben entspannt sich

In Schwaben entspannte sich die Hochwasserlage ebenfalls. "Im Allgäu sind die Pegel rückläufig", so die Polizei. In Kempten sei der Pegel der Iller bereits um 50 Prozent gesunken. Die Bahnstrecke zwischen Kempten und Immenstadt ist wieder frei. Das teilte die Länderbahn Alex am Vormittag mit. Die Alex-Züge zwischen Lindau und München fahren wieder, es kann aber noch zu kleineren Unregelmäßigkeiten kommen. Auch in Nordschwaben meldet die Polizei Entspannung. Das Hochwasser habe in der Nacht zu "keinerlei Problemen" geführt.

Gebietsweise mehr als 180 Liter Regen pro Quadratmeter

Für den eigentlichen Wonnemonat Mai war der Regen der vergangenen Tage stellenweise außergewöhnlich heftig. Am Alpenrand waren binnen zwei Tagen mehr als 180 Liter Regen pro Quadratmeter gefallen - etwa so viel wie normalerweise in einem Monat. Hinzu kam Schmelzwasser aus höheren Lagen, das die Hochwassersituation weiter verschärfte. Flüsse und Bäche schwollen an, Felder und Wiesen standen teilweise unter Wasser, einige Straßen wurden überflutet.

Hochwasser fließt jetzt Richtung Passau

Das viele Wasser muss nun noch abfließen. "Deswegen wird sich die Hochwasserwelle verlagern", sagte Joachim Stoermer von der Hochwassernachrichtenzentale. Die Scheitelwelle bewege sich von der oberen Donau flussabwärts Richtung Passau. Der Pegel stieg dort im Laufe des Tages auf 7,36 Meter. Weil im weiteren Verlauf noch bis zu 7,60 Meter erreicht werden sollen, wurde jetzt die Fritz-Schäffer-Promenade für den kompletten Verkehr gesperrt. Die Unterführung Sulzsteg sowie die Zufahrt zu den Wohnmobilstellplätzen Racklau sind inzwischen ebenfalls gesperrt. Auch an der Günz gab es noch keine Entwarnung. Dort stiegen die Pegel zunächst weiter.

In Landshut hat das Hochwasser der Isar die Meldestufe 3 erreicht. Teile der Isarpromenade mussten gesperrt werden. Vorsorglich wurde inzwischen auch die mobile Hochwasserwand in Landshut aufgebaut. Inzwischen ist die Flutmulde „angesprungen“, über die ab einem Isarpegel von 3,10 Meter ein Teil des Hochwassers sozusagen an der Altstadt vorbeigeleitet wird. Deshalb mussten auch Straßenabschnitte wie bei der Schwestergasse, die durch die Flutmulde führen, gesperrt werden. Sprecher von Feuerwehr und Stadt sagten am Vormittag auf Anfrage des bayerischen Rundfunks, dass das Hochwasser aktuell keine Probleme bereite. Inzwischen sinkt der Isarpegel den Angaben zufolge im Bereich der Stadt Landshut auch wieder leicht. Allerdings steige der Grundwasserspiegel weiter an.

Überschwemmungen weiter möglich

Für einige Landkreise im Süden Oberbayerns und Schwabens sowie an der Donau warnten die Wasserwirtschaftsämter weiter vor Überschwemmungen bebauter Gebiete. An der Donau bei Kelheim hatten die Behörden für die Nacht zum Mittwoch sogar mit einem Anstieg auf die höchste Meldestufe gerechnet. Am frühen Morgen war die Donau an dieser Stelle allerdings noch knapp einen Meter davon entfernt. Beim Kloster Weltenburg wurden mobile Hochwasserschutzwände aufgebaut. Die Benediktinerabtei liegt direkt am Donaudurchbruch. Die Behörden rechnen offenbar damit, dass dort der Großparkplatz überflutet werden wird. "Ansonsten ist der Abfluss aber nicht so dramatisch, dass es zu nennenswerten Schäden kommen dürfte", sagte Constantin Sadgorski, Leiter des Wasserwirtschaftsamtes Landshut und an der Donau zuständig für den Landkreis Kelheim.

💡 Was bedeuten die Meldestufen?

Das Ausmaß einer Überflutung wird in Bayern durch die folgenden vier Meldestufen beschrieben:

Meldestufe 1: Stellenweise kleinere Ausuferungen.

Meldestufe 2: Land- und forstwirtschaftliche Flächen überflutet oder leichte Verkehrsbehinderungen auf Hauptverkehrs- und Gemeindestraßen.

Meldestufe 3: Einzelne bebaute Grundstücke oder Keller überflutet oder Sperrung überörtlicher Verkehrsverbindungen oder vereinzelter Einsatz der Wasser- oder Dammwehr erforderlich.

Meldestufe 4: Bebaute Gebiete in größerem Umfang überflutet oder Einsatz der Wasser- oder Dammwehr in großem Umfang erforderlich.

(Quelle: Hochwassernachrichtendienst Bayern)