Ein Regenbogen nach einem Regenschauer im September im Landkreis Regensburg

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Regenfälle haben kaum was an Grundwasserpegeln geändert

Regenfälle haben kaum was an Grundwasserpegeln geändert

Nach der sommerlichen Dürre der Herbst-Regen: Aber haben die Niederschläge der vergangenen Tagen ausgereicht, dass sich die Natur in Niederbayern und der Oberpfalz erholen kann? Eher nicht, meinen die Experten vom Wasserwirtschaftsamt.

Der Regen der vergangenen Tage reicht noch längst nicht aus, damit sich die Grundwasserstände in Niederbayern und der Oberpfalz erholen. Das ist die Einschätzung der Experten an den Wasserwirtschaftsämtern Deggendorf und Regensburg.

Pegelstände trotz Regenfälle nicht in der Norm

Das Wasserwirtschaftsamt Deggendorf nennt als Beispiel die Grundwasserpegel in den besonders trockenen Regionen um Straubing und Deggendorf. Sie liegen dort noch immer "weit unter dem mittleren Wasserstand".

Die Grundwassersituation in der Oberpfalz hat sich durch den Regen zwar leicht entschärft, so das Wasserwirtschaftsamt Regensburg. Aber zum Beispiel im Jurakalk, dem Untergrund der westlichen Oberpfalz, haben sich die Pegelstände trotz der Regenfälle noch nicht einmal bewegt.

Optimal: Sechs Wochen Landregen

Der Grund dafür, warum sich beim Grundwasser nur wenig tut: Nach dem langen Trockensommer werden die Niederschläge wie von einem Schwamm von den oberen Bodenschichten und den Pflanzen aufgesaugt, dringen also gar nicht weiter runter bis ins Grundwasser.

Gut wären jetzt mindestens sechs Wochen Landregen, also mäßiger Dauerregen, der in den Boden einsickert, heißt es vom Wasserwirtschaftsamt Deggendorf. Starke Regenschauer, wie es sie zuletzt immer wieder gab, laufen zu schnell in Bäche und Flüsse ab. Sie dringen also gar nicht in die Böden ein.

Problematik im Bayerwald: Felsiger Untergrund

Auch im Bayerischen Wald, der noch vergleichsweise gut durch den trockenen Sommer gekommen war, müsste sich für das Grundwasser und die Wasserquellen noch mehr tun, so das Wasserwirtschaftsamt Deggendorf. Hier ist das Problem der felsige Untergrund aus Granit und Gneis. Grundwasservorräte sind in dieser Region von Haus aus nur oberflächlich angelegt, also schnell erschöpft.

Herbst und Winter entscheidend

Wesentlich für die Grundwasserneubildung werden ohnehin der Herbst und der Winter. Vor allem der Winter, wenn die Vegetation ruht und Pflanzen nichts verbrauchen, so ein Experte des Wasserwirtschaftsamts Regensburg, müsste heuer unbedingt niederschlagsreich sein. Schnee und eine langsame Schneeschmelze bringen dabei fürs Grundwasser besonders viel.

Die Winter der letzten Jahre waren aber in den meisten Regionen schneearm. Zudem muss für eine nachhaltige Grundwasserneubildung nicht nur das diesjährige Trockenjahr ausgeglichen werden, sondern mehrere zu trockene Jahre in Folge seit 2003.

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