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Archivbild: Mitarbeiterin des Testzentrums

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Bildrechte: picture alliance/dpa | Moritz Frankenberg
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    Regeln für Corona-Tests: Für wen bleiben sie kostenlos?

    Im Kampf gegen Corona setzte die Politik viele Monate auf kostenlose Tests für jedermann. Seit 11. Oktober ist damit Schluss: Anlasslose Tests werden für viele kostenpflichtig. Wer betroffen ist - und wer weiter kostenlos zum Test kann.

    Von
    Petr JerabekPetr Jerabek
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    Ein Besuch beim Friseur, ein Treffen im Restaurant, ein Abend im Kino oder Theater - für viele Dienstleistungen und Freizeitaktivitäten in Innenräumen gilt die 3G-Regel: Hinein dürfen nur Corona-Genesene, vollständig Geimpfte und negativ Getestete. Auch vor dem Besuch bei Verwandten oder Freunden ging so mancher immer wieder mal zum Test. Bisher konnte sich in Deutschland jeder kostenlos testen lassen - dies hat sich seit dem 11. Oktober geändert.

    Da mittlerweile allen Bürgerinnen und Bürgern ein Impfangebot gemacht werden könne, "ist eine dauerhafte Übernahme der Kosten für alle Tests durch den Bund und damit den Steuerzahler nicht länger angezeigt und nicht erforderlich", lautet die Begründung des Bundesgesundheitsministeriums. Allerdings muss auch künftig nicht jeder immer für einen Corona-Test bezahlen: Die neue Coronavirus-Testverordnung des Bundes sieht einige Ausnahmen vor, außerdem gibt es bayerische Sonderregelungen.

    Kostenlose Tests: "Wo sie notwendig und sinnvoll sind"

    Die grundsätzliche Neuerung ist, dass der Anspruch auf "kostenlose anlasslose Testung asymptomatischer Personen" gestrichen wird, wie eine Sprecherin des bayerischen Gesundheitsministeriums erläutert. Wer sich noch nicht gegen Corona impfen lassen konnte, darf sich aber weiterhin testen lassen, ohne dafür bezahlen zu müssen.

    Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) versichert: "Wo sie notwendig und sinnvoll sind, bleiben Corona-Testungen für die betroffenen Bürgerinnen und Bürger kostenfrei." Das gilt beispielsweise auch für viele anlassbezogene Corona-Tests. Ein Überblick über die künftigen Regelungen:

    Menschen mit Symptomen und Kontaktpersonen

    Bei Corona-Symptomen bleibt der Test kostenfrei. Minister Holetschek erläuterte: "Fest steht: Wer Symptome hat, zum Arzt geht und sich testen lässt, muss diese Tests auch in Zukunft nicht selbst zahlen."

    Auch wer als Kontaktperson eines Corona-Infizierten ermittelt wurde oder eine Warnung durch die Corona-WarnApp des Robert Koch-Instituts erhalten hat, kann sich laut Bundesgesundheitsministerium kostenlos testen lassen.

    Tests für Corona-Infizierte

    Für Menschen, die wegen einer Corona-Infektion in Quarantäne sind, gibt es ebenfalls ein kostenloses Test-Angebot: und zwar dann, wenn sie einen negativen Test benötigen, um ihre "Absonderung" zu beenden.

    Was ist bei einem positiven Selbsttest?

    Fällt ein Selbsttest daheim positiv aus, besteht ein Anspruch auf einen PCR-Test. Das Bundesgesundheitsministerium empfiehlt, in einem solchen Fall einen Termin beim Hausarzt zu machen oder sich unter der Telefonnummer 116 117 zu melden.

    Aus medizinischen Gründen Ungeimpfte

    Wer sich aus gesundheitlichen Gründen - wegen einer sogenannten medizinischen Kontraindikation - in den zurückliegenden drei Monaten nicht impfen lassen konnte, kann sich weiterhin kostenfrei testen lassen. Die Gruppe dieser Menschen ist aber sehr klein. Mehr dazu finden Sie hier.

    Kinder und Jugendliche: Eine Frage des Alters

    Für Kinder unter 12 Jahren ist in Europa noch kein Corona-Impfstoff zugelassen. Daher bleiben Corona-Test für alle unter 12-Jährigen kostenlos sowie für alle Kinder, die erst in den vergangenen drei Monaten zwölf geworden sind.

    Für die 13- bis 17-Jährigen empfiehlt die Ständige Impfkommission (Stiko) seit August generell eine Corona-Impfung. Für diese Altersgruppe bleiben Tests nur noch für eine Übergangszeit bis 31. Dezember kostenfrei.

    Aber: Alle Schülerinnen und Schüler werden in Bayern ohnehin in der Schule mehrmals pro Woche getestet - an den weiterführenden Schulen dreimal wöchentlich. Diese Tests bleiben kostenlos. Für einen Kino- oder Café-Besuch reicht daher die Vorlage des Schülerausweises. Auch beim "freiwilligen 3G plus", bei dem nur Genesene, Geimpfte und PCR-Getestete Zugang haben, gibt es für Schülerinnen und Schüler eine Ausnahme: die Tests in der Schule reichen.

    Studentinnen und Studenten: Übergangsphase

    Zumindest in Bayern können sich Studentinnen und Studenten in einer Übergangsphase bis 30. November kostenfrei testen lassen. Durchgeführt werden diese Tests laut Wissenschaftsministerium "bei durch die Hochschulen beauftragten Dienstleistern, teilweise an den Hochschulen selbst sowie – im Rahmen der Verfügbarkeit – in lokalen Testzentren und Schnelltestzentren der Kreisverwaltungsbehörden".

    Ausländische Studierende, die mit einem Vakzin geimpft wurden, das von der Europäischen Arzneimittelbehörde noch nicht zugelassen wurde, werden in der EU wie Ungeimpfte behandelt. Wenn sie sich nicht erneut impfen lassen können, bleiben für sie die Tests in Bayern vorerst ebenfalls kostenfrei. Auf Bundesebene sind für sie kostenlose Schnelltests bis 31. Dezember vorgesehen.

    Schwangere und Stillende

    Schwangere ab dem 2. Schwangerschaftsdrittel, für die es erst seit September eine generelle Impfempfehlung der Stiko gibt, können bis 31. Dezember mit kostenlosen Corona-Tests rechnen. Damit soll ihnen laut Bundesgesundheitsministerium ausreichend Zeit gewährt werden, "einen vollständigen Impfschutz zu erlangen". Im ersten Schwangerschaftsdrittel müssen Frauen weiterhin nichts für Corona-Tests bezahlen.

    Für Stillende und "vormals Schwangere" gibt es eine dreimonatige Übergangsfrist ab der Stiko-Empfehlung vom 10. September, die auch für stillende Frauen gilt. Das bedeutet nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums, dass für sie die Corona-Tests noch bis 10. Dezember kostenlos sind. Als Nachweis dient der Mutterpass.

    Besucher von Pflege- und Behinderteneinrichtungen

    Kostenlose Tests gibt es laut Gesundheitsminister Holetschek auch weiterhin für Menschen, die in Pflegeeinrichtungen und Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen arbeiten oder diese besuchen. "Sie erhalten von den Einrichtungen Berechtigungsscheine, mit denen sie sich in den rund 100 lokalen Testzentren kostenlos testen lassen können." Einer Ministeriumssprecherin zufolge dient dies einerseits dem Schutz besonders gefährdeter Personengruppen, zugleich soll es "faktischen Besuchseinschränkungen und Vereinsamung wirksam entgegenwirken".

    Welche Nachweise sind nötig?

    Wer einen kostenlosen Corona-Test künftig in Anspruch nehmen möchte, muss zum einen einen amtlichen Ausweis vorlegen und zum anderen belegen können, dass sie oder er zu einer der berechtigten Gruppen gehört. Bei Kindern geht das Alter aus dem Ausweis hervor, bei medizinischen Gründen ist ein entsprechendes ärztliches Zeugnis nötig, bei Schwangeren der Mutterpass. Ausländische Studierende benötigen ihre Studienbescheinigung und ihren Impfausweis.

    Tests für Beschäftigte

    Nach wie vor gilt bundesweit: Arbeitgeber sind verpflichtet, Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die nicht ausschließlich im Homeoffice arbeiten, mindestens zweimal pro Woche die Möglichkeit zu einem kostenlosen PCR-, Selbst- oder Schnelltest anzubieten. Ausnahmen gibt es für Genesene und vollständig Geimpfte. Die Kosten trägt der Arbeitgeber. Die Regelung ist vorerst bis 24. November befristet. Für die Beschäftigen bleiben die Tests freiwillig.

    Keine kostenpflichtigen Tests in lokalen Testzentren

    In den lokalen kommunalen Testzentren, die es in ganz Bayern gibt, werden ab 11. Oktober nur kostenlose Tests für die berechtigten Personengruppen angeboten. Eine Ministeriumssprecherin erläuterte, kostenpflichtige Tests würden nicht angeboten.

    Minister-Appell: Impfen lassen!

    Minister Holetschek erneuerte seinen Impfaufruf an die Bürgerinnen und Bürger: "Tests sind und bleiben wichtig, um Infektionen abzuklären und Infektionsketten zu unterbrechen. Aber sie schützen nicht vor einer Ansteckung", betonte er. Nur eine Impfung schütze - einen selbst und auch die Mitmenschen. "Wenn es für Sie möglich ist, bitte ich Sie: Lassen Sie sich jetzt impfen", sagte der CSU-Politiker. "Der Impfstoff ist da, Impfaktionen gibt es überall. Jetzt ist der Moment, aktiv zu werden."

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