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Reformen beim öffentlichen Nahverkehr in Würzburg | BR24

© Carolin Hasenauer/BR-Mainfranken

Künftig zahlt man bei Busfahrten nach oder ab Würzburg die Großwabe nicht mehr mit. Die damit sinkenden Preise sollen den öffentlichen Nahverkehr attraktiver machen. Außerdem soll es ab dem kommenden Schuljahr ein 365-Euro-Ticket geben.

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Reformen beim öffentlichen Nahverkehr in Würzburg

Künftig zahlt man bei Busfahrten nach oder ab Würzburg die Großwabe nicht mehr mit. Die damit sinkenden Preise sollen den öffentlichen Nahverkehr attraktiver machen. Außerdem soll es ab dem kommenden Schuljahr ein 365-Euro-Ticket geben.

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Nicht mehr mit dem Auto in die Stadt, sondern mit dem Bus. Das ist das Ziel des Vorschlags des Verkehrsunternehmens-Verbund Mainfranken GmbH (VVM), für den sich der Stadtrat bei seiner vergangenen Sitzung einstimmig ausgesprochen hat. Maßgeblich ändert sich, dass nicht mehr zwischen einem Tarif mit und ohne Großwabe unterschieden werden soll. Auch ein 365-Euro Ticket in Würzburg soll kommen.

Umlandgemeinden profitieren

Das kommt vor allem Fahrgästen etwa aus Estenfeld, Rottendorf oder Veitshöchheim zugute, die dann alle zum selben Preis nach Würzburg fahren können. Eine Einzelfahrt innerhalb der Großwabe wird statt 2,80 Euro künftig 2,50 Euro kosten. Wer von Estenfeld nach Würzburg fahren will - und damit zwei Waben mit Großwabe durchfährt - spart künftig 1,20 Euro (2,50 Euro statt 3,70 Euro). Die Fahrt zwischen zwei Umland-Gemeinden, wie etwa von Winterhausen nach Ochsenfurt, also ohne Großwabe, wird hingegen um 10 Cent teurer. Die Tarifänderung tritt zum 1. August 2020 in Kraft. Noch offen steht, wie der VVM und die Stadt künftig mit Zeitkarten, also Monats- und Jahrestickets, umgehen will - Tarifverbesserungen stünden zumindest auf der Agenda.

Ticket für einen Euro pro Tag

Jahrestickets wird es zumindest für Schüler, Auszubildende, Beamtenanwärter und Freiwilligendienstleistende ab dem kommenden Schuljahr geben: Die Stadt Würzburg führt gemeinsam mit dem VVM ein 365-Euro-Ticket für diese Fahrgäste ein. Eine Altersgrenze bestehe nicht. Das Ticket ist zum 1. August 2020 zu erwerben und berechtigt, im Verbundraum der VVM alle Bus- und Bahnverbindungen zu nutzen. Kritik kam vor allem aus der SPD-Fraktion, die kritisierte, dass das Ticket nur als Jahresticket zu erwerben sei. Das büße Flexiblität ein, denn wenn ein FSJ etwa nur über sechs Monate absolviert werde, wäre das Prinzip "Ein Euro pro Tag" nicht mehr gültig. Voraussetzung für die Einführung ist allerdings, dass der Freistaat Bayern zwei Drittel der Einnahmeverluste der VVM übernimmt, so der Entschluss des Stadtrats.

Aktionsprogramm für nachhaltige Verkehrswende

Hintergrund der beiden Reformen ist das Aktionsprogramm "Sauber Mobil" der Stadt Würzburg, die eine nachhaltige Verkehrswende auf den Weg bringen will. Das Ziel, die Luftqualität zu verbessern, werde hauptsächlich erreicht, indem man auf umweltfreundliche Verkehrsmittel umsteige, also Bus, Bahn oder Fahrrad.