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Luthers 95 Thesen gegen den Ablasshandel führten ab dem 31. Oktober 1517 zur Reformation.

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Reformationstag: Ablasskritik und Kirchenspaltung

Am 31. Oktober 1517 veröffentlichte Martin Luther seine 95 Thesen gegen den kirchlichen Handel mit Ablässen, die die Zeit im Fegefeuer für Verstorbene verkürzen sollten. Der Augustinermönch aus Wittenberg löste damit die Reformation aus.

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Von
  • Simon Berninger
  • BR24 Redaktion

Es klingt verlockend: Geld gegen Seelenheil. So versprach es jedenfalls die Kirche im Mittelalter mit dem Ablasshandel. Den Gläubigen versprach sie die Verkürzung ihrer Zeit im Fegefeuer, wenn sie nur einen Obolus nach Rom schicken. Der Augustinermönch Martin Luther nahm an dieser so genannten Ablasspraxis so sehr Anstoß, dass er in 95 Thesen hart ins Gericht ging mit der Kirche seiner Zeit.

95 Thesen gegen Ablasshandel lösen Reformation aus

Der Legende nach schlug er seine 95 Thesen über sämtliche Missstände in der Kirche am 31. Oktober 1517 an das Portal der Wittenberger Schlosskirche. Auch wenn sich die Historiker heute darüber streiten, ob sich dieser Thesenanschlag wirklich so zugetragen hat: Luthers Kritik jedenfalls fiel auf fruchtbaren Boden, sagt die Erlanger Theologin Johanna Haberer. Vor allem die Botschaft, dass nicht Ablassbriefe die Seele erlösen, sondern vor allem Glaube und Gnade.

Bibelübersetzung ins Deutsche - ein Befreiungsschlag fürs Kirchenvolk

"Luthers Lehre hat die Menschen in einer ungeheuren Weise an dieses Festgebundensein an ein jenseitiges Höllenfeuer befreit", erklärt die Theologin, eine doppelte Befreiung: "Diese Fixierung auf das Jenseits, wo ganze Familien verarmten, weil sie einen Großvater aus dem Höllenfeuer freikaufen mussten. Das andere war die Befreiung, dass die Menschen abhängig von einer Priesterkaste waren, die in einer Sprache sprechen, die sie nicht verstehen." Luther wollte, dass jeder selbst in der Bibel lesen kann. Die Kirche müsse "dem Volk aufs Maul schauen", so das Motto des Reformators, der die lateinische Bibel erstmals in die Volkssprache übersetzte.

Bann über Luther führt zur endgültigen Spaltung von Rom

Die Kirche bekämpfte die Thesen Luthers und ließ seine Schriften verbrennen, im 16. Jahrhundert ein gängiges Mittel der Zensur. Und auch Luther und seine Anhänger selbst warfen ihrerseits kirchliche Gesetzesbücher und die päpstliche Bannandrohung gegen den Reformator ins Feuer. Der Bruch zwischen Luther und Rom führte im Januar 1521 zum Bann gegen Martin Luther und damit zur endgültigen Kirchenspaltung.

Reformationstag in Bayern keine Feiertag

Evangelische Christen erinnern am 31. Oktober an Luther und seine Thesen. In 9 Bundesländern ist der Reformationstag ein gesetzlicher Feiertag - Bayernhart ins Gericht gehört nicht dazu.

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