BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite

Rechtsextremistin aus Franken soll Brandanschlag geplant haben | BR24

© Bayern2
Bildrechte: BR/Jonas Miller

Die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe hat Anklage gegen eine Rechtsextremistin aus Mittelfranken erhoben. Die Frau aus dem Landkreis Nürnberger Land soll einen Brandanschlag auf Amtsträger oder Menschen muslimischen Glaubens geplant haben.

6
Per Mail sharen
  • Artikel mit Audio-Inhalten

Rechtsextremistin aus Franken soll Brandanschlag geplant haben

Die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe hat Anklage gegen eine Rechtsextremistin aus Mittelfranken erhoben. Die Frau aus dem Landkreis Nürnberger Land soll einen Brandanschlag auf Amtsträger oder Menschen muslimischen Glaubens geplant haben.

6
Per Mail sharen
Von
  • Jonas Miller
  • BR24 Redaktion

Die Vorwürfe gegen die Deutsche Susanne G. aus dem Landkreis Nürnberger Land sind massiv. Wie die Bundesanwaltschaft mitteilt, soll sie eine schwere staatsgefährdende Gewalttat vorbereitet haben. Die 55-Jährige soll auch mit einem Verbrechen gedroht und den öffentlichen Frieden durch Androhung von Straftaten gestört haben. Weiterhin werden ihr Verstöße gegen das Waffengesetz vorgeworfen.

Susanne G. soll sich Material für Brandsätze besorgt haben

Susanne G. soll den Brandanschlag spätestens ab Ende Mai 2020 vorbereitet haben. Laut Anklageschrift besorgte sie sich im Internet Informationen zum Umgang mit Sprengstoffen, außerdem Material für den Bau von Brandsätzen. Im Sommer 2020 spähte sie demnach Polizeibeamte und einen Mandatsträger aus Franken als mögliche Anschlagsopfer aus und kundschaftete ihre Wohnungen und Autos aus.

Anonyme Drohbriefe mit scharfer Munition verschickt

Zudem soll G. insgesamt sechs anonyme Drohbriefe an diesen und einen anderen Mandatsträger sowie an einen muslimischen Verein und einen Verein zur Flüchtlingshilfe geschickt haben, in denen sie die Empfänger mit dem Tod bedrohte. Fünf der Briefe lag eine scharfe Pistolenpatrone bei. Die Frau wurde im September festgenommen und sitzt in Untersuchungshaft.

Susanne G. engagiert in der Neonazi-Kleinpartei "Der dritte Weg"

Nach Recherchen des Bayerischen Rundfunks handelt es sich bei der 55-Jährigen um eine Rechtsextremistin, die fest in die Strukturen der Neonazi-Kleinpartei "Der dritte Weg" eingebunden ist. Die Heilpraktikerin nahm regelmäßig an Aufmärschen der Partei teil, unter anderem in Nürnberg, Bamberg, Wunsiedel oder Chemnitz. Zudem übernahm sie auch Ordner-Tätigkeiten bei Demonstrationen. Nach Informationen aus Sicherheitskreisen, die dem BR vorliegen, soll die Frau zudem Kontakte zu einer Rocker-Gruppierung gepflegt haben. Die Tatverdächtige besaß in der Vergangenheit einen kleinen Waffenschein, der aber nicht mehr gültig ist. Woher die Frau die scharfe Gewehr- und Pistolenmunition hatte, ist derzeit noch nicht bekannt.

Staatsschutzsenat München entscheidet über Zulassung der Anklage

Ursprünglich hatten die Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth und die Generalstaatsanwaltschaft München ermittelt. Die Bundesanwaltschaft übernahm im Oktober. Nun entscheidet der Staatsschutzsenat des Oberlandesgerichts München, ob die Anklage zugelassen wird.

Nach dem Drohbrief an eine muslimische Gemeinde in Röthenbach hatte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) die bedrohte Moschee besucht. Dabei hatte er eindringlich vor Rechtsextremismus gewarnt.

"Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!