BR24 Logo
BR24 Logo
BR24 - Hier ist Bayern

Die Vorbereitungen auf den Abflug der Sonde laufen – vom Sportplatz an der Realschule Dettelbach geht es in die Stratosphäre.

Bildrechte: BR/Alisa Wienand
1
Per Mail sharen
  • Artikel mit Audio-Inhalten
  • Artikel mit Video-Inhalten

Realschule Dettelbach lässt Wetterballon in Stratosphäre steigen

Im unterfränkischen Dettelbach ließen Schülerinnen und Schüler einen Wetterballon in die Stratosphäre steigen. Sie haben die Sonde mit Messgeräten, Kameras und GPS-Trackern ausgestattet – und mit Blattspinat und Frankenwein.

Von
Alisa WienandAlisa Wienand
1
Per Mail sharen

"Fünf, vier, drei, zwei, eins", zählen die Schüler der Realschule auf dem Sportplatz hinter dem Schulgebäude die letzten Sekunden vor dem Start herunter. Dann gibt Lehrer Roman Kruse den großen, mit Helium befüllten Ballon frei. Gleichzeitig lassen die Schüler unzählig viele bunte Helium-Luftballons fliegen. Mit einer Geschwindigkeit von rund 20 km/h steigt der Wetterballon auf, bis er eine Höhe von 35 Kilometern erreicht hat – die Stratosphäre.

Nur an einer Schnur hängt eine rund drei Kilogramm schwere Sonde aus Styropor an dem Wetterballon. Diese Sonde ist gut ausgestattet: mit verschiedenen Messgeräten, mehreren Kameras und GPS-Trackern. Die Kameras fokussieren dabei vier kleine Reagenzgläser mit besonderem Reiseproviant aus Franken: In zweien befindet sich gemörserter Blattspinat, in den anderen beiden Frankenwein.

Welche Auswirkungen hat UV-Strahlung auf den Frankenwein?

Die Fünftklässler wollen herausfinden, ob sich das UV-Licht in der Stratosphäre auf den Blattspinat auswirkt: "Oben sehen wir dann, ob sich die Farbe vom Blattspinat ändert, ob es dann oben vielleicht gelb oder orange ist", sagt Loreen aus der 5. Klasse.

Auch beim Frankenwein soll getestet werden, ob er sich durch die UV-Strahlung verändert. "Der Frankenwein wird dann ein besonders himmlisches Tröpfchen", sagt Schulleiter Stefan Wolbert. Ist der Wein nach dem Flug noch genießbar, gibt ein Winzer kleine Mengen vom "himmlischen Tröpfchen" mit in mehrere seiner Boxbeutel. Neben Blattspinat und Frankenwein durften auch Muskazinen in der Sonde nicht fehlen – ein typisches Gewürzgebäck aus Dettelbach.

Die Bedingungen in der Stratosphäre bringen den Wein zum Schäumen. Der Blattspinat ist nicht mehr grün, sondern gelb.

Bildrechte: Realschule Dettelbach

Schulklasse rüstet Wetterballon für Flug in Stratosphäre

"Das alles in die Styroporbox zu bringen und dass alles funktioniert und genug Platz hat – das war gar nicht so einfach", sagt Milan aus der 10. Klasse. Er und seine Mitschüler haben den Wetterballon in den letzten Wochen gebaut. Vor dem Start haben sie die genaue Flugroute berechnet. "Der Ballon wird eine Flugstrecke von 250 km hinter sich bringen", sagt Lehrer Roman Kruse. Über Wertheim, wenn der Ballon eine Höhe von 35 Kilometern erreicht hat, soll er platzen. Abgebremst durch einen kleinen Fallschirm segelt die Sonde dann zu Boden.

Wo landet die Sonde?

Mit dem Auto hat sich Kruse zusammen mit seinen Schülern auf den Weg zum berechneten Landepunkt gemacht. "Bei der Suche helfen uns zwei GPS-Tracker, die wir orten können", sagt Kruse. "Dann bleibt nur die Hoffnung, dass es kein Bach ist, keine Autobahn, kein Wald und dass keiner mit dem Traktor drüberfährt." Sonst wären alle Daten, die in der Sonde erhoben und alle Fotos, die in der Stratosphäre aufgenommen wurden, verloren.

Nach den Berechnungen der Schüler soll die Sonde zwei Stunden und 45 Minuten nach dem Start bei Kimbach im Odenwald landen. Die Sonde kam auch in direkter Nähe an – weitestgehend unversehrt auf einer Wiese.

Wie in den Berechnungen der Schulklasse vorhergesagt, landete die Sonde in Bad König im Odenwald.

Bildrechte: Realschule Dettelbach

"Hier ist Bayern": Der BR24 Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!

Sendung

Mittags in Mainfranken

Schlagwörter