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Reaktor-Vorfall Garching - Grüne werfen TUM Geheimhaltung vor | BR24

© Frank Mächler , dpa

Forschungsreaktor FRM-II in Garching bei München

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    Reaktor-Vorfall Garching - Grüne werfen TUM Geheimhaltung vor

    Nach dem Austritt von radioaktiven Gasen am Forschungsreaktor Garching im Frühjahr werfen die Landtags-Grünen der Technischen Universität München „Tricksereien“ vor. Erst mit zeitlicher Verzögerung habe die TU das Umweltministerium informiert.

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    Ein Mitarbeiter hat mit einem Fehler den Austritt von radioaktiven Gasen am Forschungsreaktor FRM II Garching verursacht. Das geht aus einer Antwort des Umweltministeriums auf eine Anfrage der Grünen im bayerischen Landtag hervor. Es gebe kein ausdrückliches Vier-Augen-Prinzip für die Bedienung der Anlage zum Herausfiltern von radioaktivem Kohlendioxid, heißt es darin. Die Grünen beziehen sich dabei auf Auskünfte, die sie auf mehrere Anfragen zu dem Thema an die Staatsregierung bekommen haben.

    Radioaktives Gas ist ausgetreten

    Wegen der Corona-Beschränkungen steht der Reaktor seit Mitte März still. Zuletzt hieß es, das Ministerium wolle den Betrieb erst nach Prüfung eines Berichts zu dem Vorfall wieder zulassen. Zu dem Austritt des radioaktiven Gases C14 war es aufgrund eines Fehlers bei der Trocknung der Harze gekommen. Das wurde Ende März festgestellt – offenbar "eher zufällig", wie die Landtagsabgeordneten Claudia Köhler und Markus Büchler anmerken.

    Umweltministerium spät informiert

    Der Fehler wurde behoben, aber erst nach Abschluss eines weiteren Trocknungszyklus' sei das Umweltministerium informiert worden, monieren die Grünen. Sie sprechen von einem "tolldreisten Vorgehen". Zudem seien bei dieser Trocknung allein in einer Woche 22,5 Prozent der Jahres-Abgabemenge von C 14 abgegeben worden. Mittlerweile wurde die Trocknung den Grünen zufolge vom Umweltministerium gestoppt. Die Öffentlichkeit habe über all dies aber nichts erfahren, kritisieren Claudia Köhler und Markus Büchler. Das sei erst Mitte Mai geschehen, als die Überschreitung der Jahresgrenzwerte definitiv feststand.

    Vorfall darf sich nicht wiederholen

    Die FRM II-Sprecherin Anke Görg sagte, es werde mit Hochdruck an einer Lösung gearbeitet, damit sich ein solcher Vorfall nicht wiederhole. Der FRM II werde ein entsprechendes Konzept beim Umweltministerium als atomrechtliche Aufsichtsbehörde vorlegen, die über den Betrieb entscheide.

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