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Offene Fragen rund um Reaktivierung der Höllental-Bahn | BR24

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Soll die Höllental-Bahn zwischen Marxgrün und Blankenstein reaktiviert werden? Für den Ministerpräsidenten aus Thüringen ist es eine "Herzensangelegenheit". Nun hoffen die Befürworter, dass auch Markus Söder überzeugt werden kann.

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Offene Fragen rund um Reaktivierung der Höllental-Bahn

Soll die Höllental-Bahn zwischen Marxgrün und Blankenstein reaktiviert werden? Für den Ministerpräsidenten aus Thüringen ist es eine "Herzensangelegenheit". Nun hoffen die Befürworter, dass auch der Bayerische Ministerpräsident überzeugt werden kann.

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Am Sonntag können Zugreisende auf der Strecke Hof-Bad Steben kostenlos fahren. Das ist ein Angebot des Vereins "Verkehrsinitiative Höllennetz" mit Unterstützung der Agilis Verkehrsgesellschaft. Damit sollen die Fahrgäste für eine mögliche Reaktivierung der Nebenstrecke durchs Höllental begeistert werden.

Höllental-Bahn im Koalitionsvertrag niedergeschrieben

Dieser rund sechs Kilometer lange Abschnitt von Marxgrün im Landkreis Hof bis Blankenstein in Thüringen wurde durch die deutsche Teilung stillgelegt. Rückendeckung für die Reaktivierung kam bislang von Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Die Linke). Er hat die "Höllental-Bahn" wörtlich als "Herzensangelegenheit" bezeichnet und im Koalitionsvertrag niedergeschrieben. Regierungssprecher Günter Kolodziej sprach sich auf Anfrage des Bayerischen Rundfunks für eine "unaufgeregte Abwägung aller Vor- und Nachteile" aus.

"Die Reaktivierung der Höllentalbahn käme nach unserer Auffassung dem gesamten Großraum Hof zugute. Durch sie könnten die derzeit täglich 300 Langholztransporte durch LKW auf die Schiene verlagert werden, was eine nachhaltige ökologische Entlastung der gesamten Region mit sich bringen würde. Sie würde die Region auch touristisch attraktiver machen." Günter Kolodziej, Sprecher der Thüringer Staatskanzlei

Interessen der Anwohner berücksichtigen

Auch die Interessen der Anwohner, wie beispielsweise Lärmschutz, müssten berücksichtigt werden, so Kolodziej. Außerdem sollten mit den Zügen nur ökologisch unbedenkliche Güter transportiert werden. Chemie- und gar Gefahrguttransporte seien ausgeschlossen. unter Einbeziehung der betroffenen Bürgerinnen und Bürger.

Kein Bedarf für Reaktivierung

Nach Auskunft des bayerischen Verkehrsministeriums bestehe weder für den Personen- noch für den Güterverkehr ein Bedarf für die Reaktivierung der Nebenstrecke. Außerdem sei dem Freistaat Bayern kein Eisenbahn-Infrastruktur-Unternehmen wie beispielsweise die DB Netz AG bekannt, das die Strecke umsetzen möchte, teilt das Verkehrsministerium in München auf BR-Anfrage mit.

Offene Fragen

Der Bund Naturschutz Hof hat den Reaktivierungs-Plänen der "Verkehrsinitiative Höllennetz" eine klare Absage erteilt, so der Hofer BN-Geschäftsführer Wolfgang Degelmann im BR-Gespräch.

Auch der Hofer Landrat Oliver Bär (CSU) hält sich bedeckt. Für ihn sind noch viele Fragen zum Nutzen der Bahn offen.