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Reaktionen auf die Einstellung der Ermittlungen im Fall Peggy | BR24

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Die Lichtenberger reagieren unterschiedlich auf die Einstellung der Ermittlungen im Fall Peggy.

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Reaktionen auf die Einstellung der Ermittlungen im Fall Peggy

Nach fast 20 Jahren hat die Staatsanwaltschaft Bayreuth die Ermittlungen im Fall Peggy eingestellt. Während der letzte Hauptverdächtige Schadensersatz fordern will, versetzt sich der Bürgermeister von Lichtenberg in die Lage von Peggys Familie.

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Nachdem die Staatsanwaltschaft Bayreuth und das Polizeipräsidium Oberfranken mitgeteilt haben, dass die gesammelten Indizien im Fall Peggy nicht für eine Mord-Anklage ausreichen, fallen die Reaktionen auf die Entscheidung unterschiedlich aus.

Der bislang letzte Verdächtigte im Fall Peggy, Manuel S., reagiert mit Erleichterung auf die Einstellung der Ermittlungen. Dies erklärte sein Verteidiger Jörg Meringer auf BR-Anfrage:

"Mein Mandant und seine Familie sind sehr froh, dass das Damoklesschwert einer möglichen Anklage jetzt nicht mehr über ihnen schwebt." Jörg Meringer, Verteidiger von Manuel S.

Meringer will Schadensersatz wegen Rufschädigung prüfen

Nun prüft Anwalt Meringer, ob Schadensersatz-Ansprüche gegen den Freistaat Bayern wegen Rufschädigung bestehen. Denn die Ermittler hätten bei einer Pressekonferenz im Herbst 2018 den vollen Vor- und Nachnamen des damals Verdächtigen genannt. "Ich finde, da wurde gegen die Unschuldsvermutung verstoßen", so Jörg Meringer im Gespräch mit dem BR.

Verteidiger von Manuel S. kritisiert Staatsanwaltschaft Bayreuth

Gleichzeitig kritisiert Meringer die Staatsanwaltschaft Bayreuth – und zwar gleich mehrfach. So könne der Anwalt nicht nachvollziehen, dass die Ermittler den Fall Peggy nun komplett zu den Akten legen wollen. Seiner Meinung nach seien von der Staatsanwaltschaft zum Beispiel die Spuren zu einem anderen Verdächtigen aus Halle noch nicht ausreichend geprüft. Es handelt sich dabei um Holger E., der als Jugendlicher öfter Kontakt zu Peggy hatte. Außerdem kritisiert der Verteidiger das Vorgehen der Ermittler gegen seinen Mandanten. Es habe keinerlei Spuren von ihm an den sterblichen Überresten von Peggy gegeben, die im Sommer 2016 in einem Waldstück in Thüringen zufällig von Pilzsammlern entdeckt wurden.

Akteneinsicht soll beantragt werden

Meringer erklärte zudem, dass er nun Akteneinsicht beantragen werde, um die Ermittlungsergebnisse der vergangenen Monate und Jahre nachvollziehen zu können. "Alles Weitere werde ich in Ruhe mit meinem Mandanten besprechen", so der Verteidiger in einer ersten Stellungnahme über die Einstellung der Ermittlungen, die allerdings jederzeit wieder aufgenommen werden können.

Für Lichtenbergs Bürgermeister ist der Fall "abgeschlossen"

In der Stadt Lichtenberg, in der Peggy im Mai 2001 zuletzt lebend gesehen worden war, sei der Fall Peggy zumindest aus Sicht des Stadtoberhaupts "abgeschlossen". Bayerns jüngster Bürgermeister, Kristan von Waldenfels (CSU), betonte aber auch, für Peggys Familie sei es schwer, dass der Mordfall nach all den Jahren ungeklärt bleibe.

"So schrecklich der Mord war, so groß das Leid für die Familie ist – für Lichtenberg gehört der Fall jetzt der Vergangenheit an. Lichtenberg ist zur Ruhe gekommen." Kristan von Waldenfels, Bürgermeister der Stadt Lichtenberg
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"Der Fall Peggy ist für Lichtenberg abgeschlossen." So reagiert Lichtenbergs Bürgermeister Kristan von Waldenfels auf die Entscheidung, die Ermittlungen gegen den bislang letzten Verdächtigen, Manuel S., einzustellen.

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