Zurück zur Startseite
Bayern
Zurück zur Startseite
Bayern

Razzia wegen Panamapapers auch in Bayern | BR24

© BR

Wegen des Verdachts auf Steuerhinterziehung durchsuchen Ermittler Wohnräume von Privatleuten sowie diverse Büros. Die Razzien stehen im Zusammenhang mit den sogenannten Panama-Papers. Durchsuchungen gibt es auch in Bayern.

Per Mail sharen
  • Artikel mit Audio-Inhalten

Razzia wegen Panamapapers auch in Bayern

Wegen des Verdachts auf Steuerhinterziehung durchsuchen Ermittler Wohnräume von Privatleuten sowie diverse Büros. Die Razzien stehen im Zusammenhang mit den sogenannten Panama-Papers. Durchsuchungen gibt es auch in München, Erding und Bad Tölz.

Per Mail sharen

Deutsche Ermittler haben Wohnungen und Büroräume im gesamten Bundesgebiet durchsucht. Grund dafür sind Ermittlungen wegen mutmaßlicher Steuerhinterziehung. Die Beschuldigten sind laut Staatsanwaltschaft Frankfurt "vermögende Privatpersonen“. Sie seien im Zusammenhang mit den Panama Papers aufgefallen.

Nach verschiedenen Medienberichten sind auch Liegenschaften in Bayern betroffen. Darunter Büroräume in München, Geschäftsräume einer Bank in Erding sowie eine Privatadresse in Bad Tölz.

Panama Papers als Auslöser

Auslöser für die Ermittlungen waren nach Angaben der Staatsanwaltschaft Frankfurt Erkenntnisse aus Recherchen von Journalisten. Darunter die sogenannten "Offshore Leaks". Das ist ein Datensatz, den ein internationaler Verbund von Journalisten ins Internet gestellt hatte. Daneben die sogenannten Panama Papers.

"In der Tat ist es so, dass der Auslöser für unsere Ermittlungen Erkenntnisse aus den Panama Papers und den Offshore-Leaks waren." Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Frankfurt gegenüber dem Norddeutschen Rundfunk.

Im Zentrum: Eine ehemalige Tochtergesellschaft der Deutschen Bank

Die Beschuldigten sollen mithilfe einer früheren Tochtergesellschaft der Deutschen Bank Briefkastenfirmen in Steueroasen gegründet haben, um Kapitalerträge vor dem deutschen Fiskus zu verbergen.

Nach Recherchen von NDR, WDR und "Süddeutscher Zeitung" handelt es sich bei dieser ehemaligen Tochtergesellschaft um die "Regula Limited". Sie wurde von der Deutschen Bank bis 2017 als 100-prozentige Tochtergesellschaft geführt. Allein im Jahr 2016 soll die Tochterfirma mehr als 900 Kunden betreut haben, mit einem Geschäftsvolumen von 311 Millionen Euro.

Razzia bei der Deutschen Bank war vorausgegangen

Die aktuelle Razzia, die am Vormittag noch andauerte, steht den Angaben zufolge im Zusammenhang mit Durchsuchungen bei der Deutschen Bank im vergangenen November.

Damals hatten die Ermittler nach eigenen Angaben zahlreiche Geschäftsunterlagen in schriftlicher und elektronischer Form sichergestellt. Der Verdacht lautete damals: Mitarbeiter des Instituts sollen Kunden geholfen haben, Briefkastenfirmen in Steuerparadiesen zu gründen und so Gelder aus Straftaten zu waschen.