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Bildrechte: Landratsamt Passau

Ein Tierhalter aus Kirchham war bereits mehrere Male ins Visier von Behörden und Tierschützern geraten. Nun wurden bei einer großen Razzia hunderte Tiere beschlagnahmt.

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Razzia im Kreis Passau: Behörden beschlagnahmen hunderte Tiere

Ein Tierhalter aus Kirchham im Kreis Passau war bereits mehrere Male ins Visier von Behörden und Tierschützern geraten. Nun wurden bei einer großen Razzia hunderte Tiere beschlagnahmt - darunter auch Affen, Alpakas und Reptilien.

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Von
  • Martin Gruber
  • BR24 Redaktion

Behörden haben in Kirchham bei Pocking im Landkreis Passau auf einem ehemaligen Bundeswehrgelände eine private Tierhaltung aufgelöst und mehrere hundert Tiere beschlagnahmt. Darunter viele exotische Exemplare wie Affen, Alpakas, Schildkröten und andere Reptilien.

Aktion bislang größte dieser Art im Raum Passau

Das Landratsamt spricht von der größten Aktion dieser Art, die jemals im Raum Passau stattgefunden habe. Mehrere Mitarbeiter des Veterinäramtes, des Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) und der Regierung von Niederbayern waren zwei Tage lang damit beschäftigt, die private Tierhaltung auf dem ehemaligen Bundeswehrgelände und an zwei weiteren nicht genannten Standorten aufzulösen. Geholfen haben auch eine Tierschutzorganisation und ein spezialisiertes Tiertransport-Unternehmen.

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Ein Tiertransporter auf dem Gelände in Kirchham

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Vögel waren in Toilettenräumen untergebracht

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Ein Hirschkalb mit verkrustetem Fell, das getötet werden musste

Wasservögel in Toilettenräumen untergebracht

Beschlagnahmt wurden mehrere hundert Tiere, darunter 40 Rinder, 300 Ziervögel, 250 Nutz- und Wasservögel, Tukane, Affen, Alpakas, Schildkröten und weitere Reptilien. Die beschlagnahmten Tiere wurden in Auffangstationen und bei privaten Tierhaltern untergebracht. Besonders das Verbringen der exotischen Tiere sei eine große Herausforderung gewesen, so ein Sprecher des Landratsamtes im BR-Interview. Die Vorbereitungen hätten Monate gedauert. Mehrere Tierärzte seien im Einsatz gewesen.

Die Haltungsbedingungen in Kirchham waren laut Landratsamt "völlig unzureichend". Beispielsweise waren hunderte Wasservögel in nahezu allen Dusch-, Wasch- und Toilettenräumen der ehemaligen Kaserne untergebracht. Zwei Rinder mussten aufgrund ihres Zustandes vor Ort eingeschläfert werden.

Bereits im Sommer 2020 Razzia auf dem Gelände

Der Tierhalter war schon mehrere Male ins Visier von Behörden und Tierschützern geraten. Zuletzt wurden bei einer Razzia im Sommer 2020 "unhaltbare Zustände auf dem weitläufigen Gelände" festgestellt. Außerdem stieß man auf mehrere tiefgefrorene Tierkadaver. Weil mündliche Verwarnungen nicht geholfen hätten und sich der Zustand der Tiere weiter verschlechtert habe, ordneten die Behörden jetzt die Auflösung des Tierbestandes an.

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