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Razzia gegen die Mafia am 05.12.2018 u.a. in Pulheim in Nordrhein-Westfalen. Polizisten verlassen das Wohnhaus eines Italieners.
© dpa-Bildfunk/Oliver Berg

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Lena Deutsch
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Razzia gegen die Mafia am 05.12.2018 u.a. in Pulheim in Nordrhein-Westfalen. Polizisten verlassen das Wohnhaus eines Italieners.

Die 'Ndrangheta ist die Mafiagruppierung aus Italien, die bei uns am stärksten vertreten ist, es gibt hier etwa 80 Mitglieder. Andere Mafia-Gruppen nutzen Bayern eher als Ruheraum. Die 'Ndrangheta und auch die Camorra verüben hier aber auch illegale Geschäfte, sind zum Beispiel ganz dick im Handel und Schmuggel mit Kokain drin und verüben viele Einbrüche. Aber bei uns passiert vor allem auch viel Geldwäsche.

Und wie genau funktioniert das hier in Oberbayern mit der Geldwäsche? Sind das immer nur Pizzerien?

Im Prinzip ist die Geldwäsche schnell erklärt: Gehen wir mal davon aus, es gibt Einnahmen aus dem Drogenhandel. Die werden jetzt zum Beispiel in eine Gaststätte investiert. Das kann eine Pizzeria sein, muss es aber natürlich nicht. Die Einnahmen aus dieser Gaststätte sind dann legal. Und somit ist das Geld gewaschen.

Sitzen diese Mafia-Gruppierungen dann vor allem in den Großstädten bei uns in Bayern? Oder sind die auch auf dem Land aktiv?

Die 'Ndrangheta hat mehrere Stützpunkte: Einerseits Augsburg und Nürnberg, aber vor allem auch München und Oberbayern. Vor ein paar Tagen wurde zum Beispiel in Weyarn im Landkreis Miesbach auf der A8 ein Auto kontrolliert, in dem ein Italiener unterwegs war, da fanden die Ermittler über 100.000 Euro. Die Ermittler der Kripo Miesbach gehen von Geldwäsche aus, der Fahrer wurde festgenommen. Da könnte natürlich die 'Ndrangheta dahinter stecken. Die ist also auch auf dem Land aktiv. Aber im Gegensatz zu Italien agiert die Mafia in Bayern komplett im Verborgenen. Laut dem bayerischen Landeskriminalamt werden die Geschäfte so gemacht, dass der normale Mensch sie gar nicht mitbekommt. Und noch etwas ist in Bayern anders: In Italien nehmen die mafiösen Strukturen ja auch maßgeblichen Einfluss auf die Politik, in Bayern ist da kein derartiger Fall bekannt.