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Marion G. (Mitte, gepixelt) im Gespräch mit einem Polizeibeamten (Archiv)

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    Razzia auch bei mutmaßlicher Rechtsterroristin in Bayern

    In ganz Deutschland haben Ermittler die Wohnungen von Rechtsextremisten durchsucht. Der Verdacht: Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung. Auch eine Frau aus Bayern ist im Visier der Fahnder.

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    Von
    • Jonas Miller
    • Martin Hähnlein

    Am frühen Donnerstagmorgen durchsuchten Polizisten in vier Bundesländern die Wohnungen von vier Beschuldigten. Ihnen wird die Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung vorgeworfen. Der Generalbundesanwalt ermittelt BR-Informationen zufolge dabei auch gegen eine Rechtsextremistin aus Franken.

    Dabei wurde nach BR-Informationen die Wohnung der Frau durchsucht, die in Verbindung mit der mutmaßlich rechtsterroristischen "Gruppe S." stehen soll. BR-Informationen zufolge handelt es sich bei der nun ins Visier geratenen Marion G. um die Administratorin der Chatgruppe "Der harte Kern". Die Durchsuchung fand demnach in einer Gemeinde nahe Memmingen im Unterallgäu statt, in der die Frau mittlerweile lebt.

    Fränkin lebt nun im Unterallgäu

    Bei der Razzia sind mehrere Datenträger sichergestellt worden, die nun ausgewertet werden sollen. Zuerst hatte der Spiegel über die Razzia berichtet. Kurz nachdem die Bundesanwaltschaft die Mitglieder der "Gruppe S." im Februar 2020 verhaften ließ, machte ein Rechercheteam von SWR und BR Marion G. im Landkreis Nürnberger Land ausfindig und befragte sie zu ihrer Rolle in der Chatgruppe. Damals bestritt sie, Kenntnis von kriminellen Plänen gehabt zu haben.

    Frau in rechten Kreisen bestens vernetzt

    Die genaue Rolle von Marion G. ist jedoch weiterhin unklar. Fest steht aber, dass sie in der rechten Szene bestens vernetzt ist. Die 56-Jährige war laut BR-Recherchen eine der Hauptakteurinnen der Gruppe "Gelbe Westen" im Raum Nürnberg. Bei den "Gelbwesten" handelte es sich um das deutsche Pendant zur militanten Bewegung in Frankreich. Während in Frankreich die Bewegung keine einheitliche politische Agenda verfolgt, waren die Protagonisten der deutschen "Gelbwesten"-Gruppen eher dem rechten Spektrum zuzuordnen. Die Fränkin trat im vergangenen Jahr bei einer unangemeldeten Demonstration der "Gelbwesten" im Nürnberger Land als Rednerin und Wortführerin auf.

    Offene Sympathie für rechtsradikales Gedankengut

    In sozialen Netzwerken sympathisiert G. offen mit der extrem rechten Szene und veröffentlichte einschlägige Symbole und Bilder. Ende Februar verbreitete die Frau aus Mittelfranken eine szenetypisches Grafik in sozialen Netzwerken und schrieb dazu: "Aber lasst euch gesagt sein, wir werden uns erheben, und dann lauft so schnell ihr könnt. Denn nichts und niemand wird uns dann aufhalten. Für diesen Tag lebe ich, um uns Deutschen wieder ihre Heimat zurückzuholen!" In anderen Beiträgen veröffentlichte die Frau rechtsradikale Gewaltfantasien und eine krude Mischung aus Verschwörungstheorien.

    Prozess gegen "Gruppe S." in Stuttgart

    Zwölf mutmaßliche Mitglieder und Unterstützer der rechtsterroristischen Vereinigung "Gruppe S." müssen sich derzeit in einem Staatsschutzverfahren vor dem Oberlandesgericht Stuttgart verantworten. Die mutmaßliche Terrorzelle soll laut Bundesanwaltschaft Anschläge auf Moscheen und Politiker geplant haben. Laut Anklage hatten die Gründungsmitglieder das Ziel, "mit ihrer Vereinigung die Staats- und Gesellschaftsordnung der Bundesrepublik Deutschland zu erschüttern und letztlich zu überwinden". Sie sollen hauptsächlich Gewalt gegen Muslime, aber auch gegen politisch Andersdenkende erwogen haben.

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