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Das Erlanger Heizkraftwerk bei Nacht. Ab Frühjahr 2021 wird der Betrieb komplett auf Erdgas umgestellt. Der Schlot wird weiter leuchten.
© BR-Studio Franken/ Michael Reiner

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Michael Reiner
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Das Erlanger Heizkraftwerk bei Nacht. Ab Frühjahr 2021 wird der Betrieb komplett auf Erdgas umgestellt. Der Schlot wird weiter leuchten.

Uwe Regensky, der Leiter des Erlanger Heizkraftwerks, und Stadtwerke-Chef Wolfgang Geus heizen den Erlangern ein. Mehr als die Hälfte aller Wohnungen und Arbeitsplätze in der Stadt werden mit Fernwärme aus dem Kraftwerk beheizt. 200 Tonnen Steinkohle werden hier Tag für Tag verfeuert. Das ist der Inhalt von vier großen Güterwaggons. Noch brennt Kohlefeuer. In den Kessel wird fein gemahlener Kohlestaub geblasen, der mit einer fast 1.000 Grad heißen Flamme verbrennt.

Rund 40 Prozent weniger Kohlendioxid

Im Frühjahr 2021 soll mit der Kohle Schluss sei. Die alte Technik fliegt raus. Den Ausstieg hat die Stadt Erlangen beschlossen, lange bevor es den bundesweiten Kohlekompromiss gab. Das Erlanger Heizkraftwerk soll auf Erdgas umgestellt werden. Das ist gut für die Umwelt. Denn der Kohlendioxid-Ausstoß wird damit um rund 40 Prozent zurückgehen. Die Anlage wird dann pro Jahr nur noch 97.000 Tonnen des Klimakillers in die Luft abgeben.

Blick in den Kessel: Stadtwerke-Chef Wolfgang Geus kontrolliert die bis zu 1000 Grad heiße Flamme. Sie entsteht durch verbrannten Kohlestaub.

Blick in den Kessel: Stadtwerke-Chef Wolfgang Geus kontrolliert die bis zu 1000 Grad heiße Flamme. Sie entsteht durch verbrannten Kohlestaub.

Hintergrund für den Umbau war, dass die Genehmigung für den alten Kohlekessel im Jahr 2021 ausläuft. Eine Alternative wäre gewesen, einen neuen Kohleblock zu bauen, sagte Wolfgang Geus. Die Werke hätten sich jedoch entschieden, das Heizkraftwerk auf umweltfreundlicheres Erdgas umzustellen.

"Das Erdgas haben wir deswegen gewählt, weil es weniger Kohlendioxid-Ausstoß hat. Und weil man am langen Ende die Chance hat, dieses Gas durch synthetisches Gas oder Biogas zu ersetzten. Und insofern hat das Kraftwerk langfristig eine regenerative Zukunft." Wolfgang Geus, Vorstandsvorsitzender Erlanger Stadtwerke

Der Umbau soll bis zum Beginn der Heizperiode im Winter 2021/2022 abgeschlossen sein, sagt Geus. Die Stadtwerke werden dafür rund 15 Millionen Euro investieren. Die Erlanger Stadträte haben zudem festgelegt, dass die Stadtwerke ihre Energie bis zum Jahr 2030 komplett regenerativ erstellen sollen.

Hoffen auf Wasserstoff als Brennstoff

Das sei jedoch nur möglich, wenn das Kraftwerk dann mit synthetisch erzeugtem Gas befeuert wird, erläutert der Stadtwerke-Chef. Das könnte beispielsweise Wasserstoff sein, der klimaneutral mit überschüssigem Windstrom erzeugt werde.

Forschung läuft auf Hochtouren

Die Methoden dafür würden gerade entwickelt. Der Stadtwerke-Chef zeigte sich optimistisch, dass diese neue Technologie bis zum Jahr 2030 einsatzbereit sein werde. Dann sei es möglich, die Vorgaben einzuhalten und alle Energie, die die Stadtwerke verkaufen, regenerativ zu erzeugen.