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Wurde im Nationalpark Bayerischer Wald wieder angesiedelt: das Auerhuhn.
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Julia Schlegel
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Wurde im Nationalpark Bayerischer Wald wieder angesiedelt: das Auerhuhn.

Gemeinsam wollen die Vogelschutzwarte und die Staatsforsten die Rauhfußhühner besser schützen. Besonders in den Ammergauer Bergen: 25 Männer und Frauen gehen durch den Bergwald, schauen, fragen, erklären. Der Grund: die Rauhfußhühner, die selbst hier in der Bergidylle über Graswang immer weniger Platz zum Leben haben - sagt Stefan Kluth von der Vogelschutzwarte in Garmisch-Partenkirchen:

"Die letzten flächendeckenden Rauhfußhuhn-Vorkommen sind hier in den Alpen und selbst da sind die Rauhfußhühner immer weniger und weniger geworden. Und es hat sich eigentlich nie so richtig jemand zuständig gefühlt, sich darum zu kümmern." Stefan Kluth von der Vogelschutzwarte in Garmisch-Partenkirchen

Jetzt treffen sich bei dem Projekt Naturschützer, Forstleute und Behördenvertreter, die wissen wollen, wie der Lebensraum der Rauhfußhühner durch Waldbewirtschaftung nicht zerstört, sondern verbessert werden kann. Zum Beispiel in dem Auerhuhn-Revier, das sie gerade durchqueren – ein alter Fichtenbergwald.

Warum Auerhahn, Birkhuhn und Haselhuhn Bäume brauchen

Der scheue Vogel lässt sich nicht blicken. Zumal ganz in der Nähe per Spezialseilbahn Stämme aus dem Wald befördert werden. Die Bayerischen Staatsforsten bewirtschaften diese Fläche in Absprache mit den Vogelfachleuten. Denn die Rauhfußhühner haben schon Ansprüche, sagt Referent Martin Lauterbach von der Landesanstalt für Wald und Fortswirtschaft:

"Man muss immer denken: Rauhfußhühner schlafen nachts in Bäumen, die brauchen nachts einen Schlafbaum, Haselhuhn und Birkhuhn in den unteren Etagen, das Auerhuhn sitzt etwas höher. Die brauchen Bäume, dass sie sich zurückziehen können. Aber entscheidend ist, dass sie auch am Boden Nahrung finden." Martin Lauterbach von der Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft

Förster und Naturschützer gemeinsam für die Vögel

Also dürfen sie an Auerhuhn-Plätzen den Wald nicht zu sehr auslichten, damit das Bodenkraut nicht zu stark wächst. Sonst kommen bei Nässe die Küken nicht durch, sie kühlen aus und sterben. Die Staatsforsten räumen in diesem Revier bei Waldarbeiten neuerdings sogar Reisig weg, sagt der Förster Hubert Janner:

"Weil das ein Laufhindernis für das Auerwild darstellt. Und wir werden auch kleine Tannen pflanzen, weil das als Nahrung fürs Auerwild sehr positiv ist." Förster Hubert Janner

Auch die anderen Rauhfußhühner haben jeweils sehr spezielle Anforderungen. Die Erkenntnis ist nicht neu. Neu ist, dass sie hier gemeinsam drüber sprechen, wie Stefan Kluth von der Vogelschutzwarte meint:

"Häufig kommen ja Förster und Naturschützer aneinander und müssen sich über Dinge einigen, ohne dass da einer den anderen richtig versteht. Und heute sehen wir, dass sich das Interesse komplett deckt. Und das ist einfach traumhaft schön." Stefan Kluth von der Vogelschutzwarte in Garmisch-Partenkirchen