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Eine Pflicht, die schon vielen Menschen das Leben gerettet hat – so bezeichnet die Berufsfeuerwehr Augsburg die Rauchmelder-Warnpflicht, die seit 2018 in Bayern gilt. Doch trotzdem sind nicht alle Haushalte mit den kleinen Warngeräten ausgestattet.

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Rauchmelder: Schutzengel am Tag und in der Nacht

Die Rauchmelder-Pflicht in Miet- und Eigentumswohnungen hat schon vielen Menschen das Leben gerettet. Doch trotz der Pflicht sind nicht alle Haushalte mit den kleinen Warngeräten ausgestattet.

Von
Beate MangoldBeate MangoldAlexander BrutscherAlexander BrutscherVeronika ScheidlVeronika Scheidl
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Füssen im Januar 2021: Eine 64-Jährige stellt einen Topf mit Wachs zum Schmelzen auf den Herd, doch die Frau schläft ein. Der Rauchmelder weckt nicht nur sie, als die Küche schon völlig verraucht ist, sondern alarmiert mit seinem lauten Warnton auch Nachbarn und Passanten, die die Feuerwehr rufen können.

Rauchmelder retten täglich Leben

Fälle wie dieser passieren häufig - und ein Rauchmelder sei deswegen ein "Schutzengel am Tag und in der Nacht", sagt die Berufsfeuerwehr Augsburg. Durchschnittlich verdanken 4,1 Personen in Deutschland jeden Tag einem Rauchwarnmelder ihre Rettung vor Schäden durch Rauchvergiftungen oder vor dem Tod. Auslöser für Brände sind dabei meist technische Defekte an Haushaltsgeräten.

Rauchmelder-Pflicht in Bayern

Seit 2018 besteht in Bayern eine Rauchmelder-Pflicht, aber dennoch haben nicht alle Haushalte im Freistaat Rauchmelder installiert. Trotzdem ist Bayern der Spitzenreiter, wenn es um die Ausstattung von Wohnungen und Häusern mit Rauchmeldern geht. 57 Prozent der Eigenheimbesitzer im Freistaat haben die kleinen Geräte in Schlafzimmern und Verbindungsräumen angebracht. In anderen Bundesländern sind es weniger, so eine Innofact-Statistik aus dem Jahr 2020.

Rauchmeldertag erinnert an Wichtigkeit der Rauchmelder

Das sei alles noch viel zu wenig, sagt Norbert Schaaf, Vorsitzender des Forums Brandrauchprävention. Am bundesweiten Rauchmeldertag wollen Experten deshalb darauf hinweisen, wie wichtig Rauchmelder sind, da sie uns oft in Situationen warnen, in denen wir einen Brand nicht selbst entdecken können.

Was man beachten muss, damit ein Rauchmelder zuverlässig funktioniert, das wollen Experten unter anderem beim Rauchmeldertag in der Augsburger Feuerwehrerlebniswelt zeigen und den Besuchern mit den verschiedenen Brandsimulationen und dem begehbaren Rauchmelder das Thema noch näherbringen.

Zahl an Brandtoten ist bundesweit gesunken

Wie wichtig Rauchmelder sind, zeigt sich beispielsweise auch im Bereich des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West: Dort gab es im laufenden Jahr bereits 25 Fälle, in denen Rauchmelder gepiepst haben. Oft spielen Küchen dabei eine Rolle.

So etwa im April in Kaufbeuren: Laut Polizei wollte sich ein Bewohner eines Mehrfamilienhauses Fischstäbchen in einem Toaster zubereiten. Währenddessen habe sich der Mann allerdings hingelegt und geschlafen. Der Toaster steckte dann Teile der Kücheneinrichtung in Brand. Daraufhin schlugen die Rauchmelder in der Wohnung an und weckten den Mann. Er konnte den Brand selbst löschen.

Der Oberallgäuer Kreisbrandrat Michael Seger sagt, dass es gerade bei Küchenbränden immer wieder vorkomme, dass Rauchmelder die Bewohnerinnen und Bewohner warnen. Er ist überzeugt vom Erfolg der Geräte. Deutschlandweit sei die Zahl an Brandtoten, seitdem Rauchmelder Pflicht sind, deutlich zurückgegangen.

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In der Feuerwehrerlebniswelt in Augsburg ging es heute um die Bedeutung der Brandmelder. Trotz Rauchmelderpflicht hätten nur die Hälfte aller Eigenheimbesitzer ihre Wohnräume entsprechend ausgestattet.

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