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Rassismus: Bayreuth lädt zum Runden Tisch der Diskotheken | BR24

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Bayreuths zweiter Bürgermeister Andreas Zippel (SPD) lädt nach Rassismusvorwürfen zum Runden Tisch der Diskotheken.

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Rassismus: Bayreuth lädt zum Runden Tisch der Diskotheken

Die Bayreuther Diskothek "Breakout" hat erklärt, aus Sicherheitsgründen nur einen "gewissen Prozentsatz an bestimmten Ausländern" einzulassen. Bürgermeister Andreas Zippel spricht von Rassismus und lädt zum Runden Tisch der Diskotheken.

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Nach Rassismusvorwürfen gegen die Betreiber der Bayreuther Diskothek "Breakout" schaltet sich nun die Politik ein. Bayreuths zweiter Bürgermeister Andreas Zippel (SPD) hat die Betreiber von sieben Clubs und Diskotheken in der Stadt zu einem Runden Tisch geladen. Gesucht wird ein Konzept, wie gewaltbereite Bürger von Feiern ferngehalten werden können, ohne Personengruppen pauschal auszuschließen.

Studenten: Einlass ins "Breakout" wegen Hautfarbe verwehrt

Zuvor hatte Robin G., ein 20 Jahre alter Student der Uni Bayreuth, in den Sozialen Medien berichtet, dass ihm aufgrund seiner dunklen Hautfarbe der Zutritt zur Diskothek "Breakout" verwehrt worden sei. Der Vorfall soll sich bereits im November 2019 ereignet haben.

Einlass nur für einen "gewissen Prozentsatz an bestimmten Ausländern"

Weil die Diskothek auf ihrer Homepage ein dreiviertel Jahr später noch schrieb, dass wegen zu befürchtender Auseinandersetzungen nur "einem gewissen Prozentsatz an bestimmten Ausländern" der Einlass gewährt werde, veröffentlichte G. seine Geschichte in den Sozialen Medien noch einmal. Nachdem der Aufschrei groß war, haben die Betreiber der Diskothek die Passage inzwischen von ihrer Seite gelöscht. Dazu äußern wollen sie sich nicht.

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So stand es bis 22. Juli auf der Homepage der Diskothek Breakout zu lesen.

Bürgermeister Zippel: "Offen zur Schau getragener Rassismus"

Bürgermeister Zippel sagt, er wolle nun bei einem Runden Tisch mit den Betreibern über derartigen, offen zur Schau getragenen Rassismus an der Diskotür sprechen. Dabei wolle er die Betreiber auch für versehentlich betriebenen Alltagsrassismus sensibilisieren. Ziel sei es, nachvollziehbare und legale Kriterien zu erarbeiten, anhand derer Personen künftig an der Diskotür abgewiesen werden könnten. Den Betreibern müssten schließlich Werkzeuge an die Hand gegeben werden, um Diskothekbesucher vor Gewalt zu schützen.

Runder Tisch der Diskotheken soll im August stattfinden

Zippel schaltet sich auch deshalb ein, weil er von Oberbürgermeister Thomas Ebersberger (CSU) den Bereich Integration übertragen bekommen hat. Das Treffen soll im August stattfinden. Bereits vor einem Jahr erhob ein dunkelhäutiger Mann aus dem Landkreis Bayreuth schwere Vorwürfe gegen den Betreiber einer anderen Bayreuther Diskothek. Wegen ihrer Hautfarbe seien er und seine Begleiter im August 2019 nicht in den "Mia Klub" gekommen, erklärte er damals. Er bezeichnete die Diskothek als einen Ort in Deutschland, den man als dunkelhäutiger Mann meiden sollte.

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