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Rassismus am Arbeitsplatz? Gericht will Zeugen hören | BR24

© Thomas Becht

Im Berufungsprozess um die Kündigung eines sächsischen Leiharbeiters, der sich bei BMW gegen angebliche rassistische Äußerungen gewehrt hat, werden die Karten neu gemischt. Um zu klären, was genau passiert ist, will das Gericht Zeugen hören.

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Rassismus am Arbeitsplatz? Gericht will Zeugen hören

Im Berufungsprozess um die Kündigung eines sächsischen Leiharbeiters, der sich bei BMW gegen angebliche rassistische Äußerungen gewehrt hat, werden die Karten neu gemischt. Um zu klären, was genau passiert ist, will das Gericht Zeugen hören.

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Im Prozess um angeblich rassistische Bemerkungen eines Vorarbeiters bei BMW steht Aussage gegen Aussage. Das bayerische Landesarbeitsgericht hat in der ersten mündlichen Verhandlung am Dienstag, 29.10., angekündigt, dass es Zeugen vernehmen wolle, um die Abläufe im Vorfeld der Kündigung zu klären.

Zeugenanhörung im Februar 2020

Unter den Zeugen, die deshalb nun zur Beweisaufnahme angehört werden sollen, könnten unter anderem zwei Personen sein, die noch bei BMW angestellt sind. Der Termin soll im Februar 2020 stattfinden.

Sind rassistische Äußerung gefallen - oder nicht?

In erster Instanz habe die Leiharbeitsfirma Brunel nicht bestritten, dass rassistische Äußerungen gefallen seien, erklärte der Vorsitzende Richter. Nach einem Anwaltswechsel bestreite die Leiharbeitsfirma diese nun aber. Damit ist der Prozess weitgehend auf Null gesetzt, nachdem die erste Instanz die Kündigung noch für unwirksam erklärt hatte.

Leiharbeiter will ein Zeichen setzen

Der Richter fragte beim Auftakt des Berufungsprozesses auch, ob ein Vergleich für beide Seiten denkbar wäre, zum Beispiel in Form eines Bruttomonatslohnes für den Kläger. Das lehnte dieser ab. Er wolle keine Lösung in Form von Geld. Ihm gehe es auch darum, ein Zeichen zu setzen und ein reines Gewissen zu haben.

Sollte die Zeugenvernehmung bestätigen, dass die rassistischen Aussagen fielen und dem Leiharbeiter kurz nach seinem Protest dagegen gekündigt wurde, dürfte er gute Chancen haben, so der Richter vor Verhandlungsbeginn. Wenn die Kündigung darauf beruhe, spreche vieles dafür, dass sie unwirksam sei.

Leiharbeiter hatte in erster Instanz Recht bekommen

Der Kläger hatte in erster Instanz Recht bekommen. Er hatte sich während seiner Probezeit über wiederkehrende rassistische Äußerungen seines Vorarbeiters beschwert. Dieser habe unter anderem die NSU-Morde verharmlost.

Wenige Tage nachdem er sich gegen die Äußerungen gewendet hat, wurde er von BMW nicht weiter beschäftigt und auch bei der Zeitarbeitsfirma entlassen. Die Unternehmen begründeten dies mit schlechter Arbeitsleistung und fehlendem Vertrauen. BMW selbst ist nicht Teil des laufenden Verfahrens.

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