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Raserunfall: Polizei weist Vorwürfe in sozialen Medien zurück | BR24

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Nach dem tödlichen Unfall Samstag Nacht in München-Laim hat die Polizei Details bekannt gegeben. Polizeisprecher Sven Müller im Gespräch.

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Raserunfall: Polizei weist Vorwürfe in sozialen Medien zurück

Auf der Flucht vor der Polizei erfasst ein Autofahrer zwei Jugendliche. Ein 14-Jähriger stirbt. Im Netz werden Vorwürfe gegen die Polizei laut: Diese habe den Raser verfolgt und unter Druck gesetzt. Die Polizei weist die Darstellung deutlich zurück.

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Schwere Vorwürfe gegen die Münchner Polizei nach dem tödlichen Raserunfall in München: Auf der Facebook-Seite der Polizei schrieb etwa ein User: "Ja, Strafverfolgung ist wichtig, aber wenn die Strafverfolgung mehr Gefahr verursacht als die zugrunde liegende Straftat? Der Junge würde noch leben, wenn die Polizisten die Verfolgung aufgegeben hätten."

Der Junge ist ein 14-Jähriger, den ein 34-Jähriger totgefahren haben soll. Auf der Landsberger Straße hatte der BMW-Fahrer zuvor unerlaubt gewendet, was eine Polizeistreife bemerkte. Um der Kontrolle zu entgehen, drückte der 34-Jährige aufs Gas. Ein Facebook-User fragt: "Wegen einer 20 Euro Verkehrsordnungswidrigkeit verfolgt die Polizei einen Autofahrer mit mörderischem Tempo durch die Stadt?"

Andere äußern sich auf der Facebookseite von BR24. "Ich dachte Verfolgungsjagd ist nur was für Spielfilme, aber diese Polizei macht so was wirklich. Wie kann das sein? Also was konkret soll damit bewirkt werden?"

Polizei: Haben ihn sehr schnell aus den Augen verloren

Die Polizei widerspricht. Die Polizeistreife, die den Mann kontrollieren wollte, habe den BMW schnell aus den Augen verloren. Der Raser sei mit einer Geschwindigkeit von bis zu 100 Stundenkilometern durch die Stadt gefahren. Dabei habe er auch rote Ampeln ignoriert.

"Die Ideen, die da entstehen könnten, dass die Polizei jemanden hetzt, das war definitiv nicht so", sagte Polizeisprecher Sven Müller dem Bayerischen Rundfunk. "Der Autofahrer ist so schnell gefahren. Wir haben ihn sehr schnell aus den Augen verloren."

Allgemein gilt: Die Polizei kann bei einer Blaulichtfahrt zwar schneller und auch über rote Ampeln fahren, darf dabei aber niemanden in Gefahr bringen. Das heißt: Vor einer Kreuzung mit roter Ampel müssen sich die Polizisten vergewissern, dass sie gefahrlos die Kreuzung überqueren können.

Polizei: Flüchtigen BMW-Fahrer nicht verfolgt

Die Münchner Polizei stellt zum Ablauf des Geschehens klar: Die Streife, die den BMW-Fahrer kontrollieren wollte, war sofort abgehängt. Sie fuhr dann die Fürstenrieder Straße ebenfalls stadtauswärts, allerdings ohne den flüchtigen BMW zu verfolgen. Über Funk teilte die Besatzung mit, was geschehen war, weshalb auch andere Streifenwagen in der Umgebung in Richtung Fürstenrieder Straße fuhren.

Rund eineinhalb Kilometer nach dem unerlaubten Wendemanöver soll der BMW dann an der Kreuzung zwei Jugendliche erfasst haben - den 14-Jährigen und eine 16-Jährige. Die Polizei war bereits in der Nähe, aber nicht nah genug, um den Unfall selbst zu beobachten. Die Jugendlichen wurden schwer verletzt, der 14-Jährige starb später im Krankenhaus.

Der Unfallverursacher verließ sein Auto und flüchtete zu Fuß. Wenig später wurde der mutmaßliche Täter geschnappt. Am Sonntag wurde Haftbefehl wegen Mordes gegen den 34-Jährigen erlassen.

Kritik an kritischen Userkommentaren

Angesprochen auf die Vorwürfe reagiert die Münchner Polizei auf ihrer Facebook-Seite mit einem Link zur Pressemitteilung. Daraufhin antworten viele User mit Verständnis und finden die Schilderungen der Polizei nachvollziehbar. Sie kritisieren die Vorwürfe einzelner User: "Ihr Kommentar ist aber so was von daneben", schreibt einer. Ein anderer meint: "Hauptsache wieder die Polizei kritisieren, obwohl es nicht mal eine Verfolgungsjagd gab."